Autobauer : General Motors nimmt letzten Anlauf zum Schuldenabbau

Der ums Überleben kämpfende Autobauer General Motors nimmt einen letzten Anlauf zum Abbau seiner erdrückenden Schuldenlast. Mit einem Tausch von Schulden gegen Aktien will das US-Unternehmen die drohende Insolvenz vermeiden.

DetroitEin entsprechendes Angebot an die Gläubiger sei bereits eingereicht worden, teilte GM mit. Sollten die Gläubiger das Angebot nicht annehmen, werde der Konzern Insolvenz beantragen. Die deutsche Tochter Opel will sich möglichst noch davor von der taumelnden Mutter abnabeln und sucht dafür einen Investor. Während das Interesse von Fiat bei Politikern und Gewerkschaftern auf Vorbehalte stieß, wachsen die Sympathien für einen Einstieg des Autozulieferers Magna.

Mit einem Tausch von Verbindlichkeiten gegen Anteile will GM seine Schulendlast um insgesamt 44 Milliarden Dollar verringern. Für ein erfolgreiches Angebot müssten die Gläubiger bis zum 26. Mai mindestens 90 Prozent ihrer Forderungen andienen, erklärte der größte US-Autobauer. Bei einem Tausch in Aktien würde ihr Anteil an dem Unternehmen dann auf zehn Prozent steigen. Der Staat soll die Hälfte der Aktien erhalten und GM dafür die Hälfte seiner Schulden erlassen. An der Börse wurde das neue Konzept des Managements freudig begrüßt: Die GM-Aktie legte im frühen New Yorker Handel zeitweise um rund 30 Prozent zu.

Der Konzern, der sich in den vergangenen Monaten nur mit milliardenschweren Staatshilfen am Leben halten konnte, arbeitet seit Wochen an einer Einigung mit seinen Gläubigern. Um sich zukunftsfest zu machen, will sich GM zudem auf vier Kernmarken ohne die Sportwagenmarke Pontiac konzentrieren. Die Zahl der Werke soll bis 2010 auf 34 von 47 reduziert werden und die Zahl der Fabrikarbeiter auf 40.000 von derzeit 61.000 schrumpfen. Die US-Regierung hatte GM eine Frist bis zum 1. Juni gesetzt, um ein zukunftsfähiges Konzept vorzulegen, von dem sie weitere Staatshilfen abhängig macht. Den ersten Sanierungsplan hatte Präsident Barck Obama Ende März als unzureichend abgelehnt.

Ringen um Investoren für Opel hält an

Das Gezerre um die Zukunft von Opel geht indes weiter. Einige Politiker und Gewerkschaften favorisierten zuletzt nicht den italienischen Konkurrenten Fiat, sondern den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna für einen Einstieg bei dem Rüsselsheimer Autobauer.  Bundesaußenminister Steinmeier (SPD) habe in den letzten Tagen eine Reihe von Telefonaten mit Unternehmensvertretern von Magna geführt, sagte ein Sprecher.

Der italienische Autobauer Fiat hat einem Medienbericht zufolge im Falle einer Opel-Übernahme den Erhalt aller vier Standorte in Deutschland zugesichert. Das bedeute aber nicht, dass auch die aktuellen Kapazitäten der Werke garantiert werden könnten, berichtete Spiegel Online unter Berufung auf einen Insider. Zudem sollten die Schulden des Turiner Konzerns nicht mit in eine Ehe mit Opel gebracht werden. (aku/Reuters)

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