Wirtschaft : Autobauer Kia sperrt streikende Arbeiter aus

SOHARI (AFP).Der bankrotte südkoreanische Autobauer Kia Motors hat am Montag seine drei Fabriken für zehn Tage geschlossen, um streikende Arbeiter auszusperren.In Sohari, rund 40 Kilometer südlich von Seoul, gelang es mehreren hundert Arbeitern, trotz des Aufgebots an privatem Wachpersonal auf das Fabrikgelände vorzudringen und die Anlage zu besetzen.Bei Schlägereien mit nichtstreikenden Kollegen wurden dort mindestens zehn Menschen schwer verletzt.Die Arbeiter, die seit fast einem Jahr nur sporadisch bezahlt wurden, traten am 1.Juni in Streik.Derzeit ist eine Übernahme von Kia durch den US-Autokonzern Ford im Gespräch.Dieser hält zusammen mit seinem japanischen Partner Mazda bereits 16,9 Prozent der Kia-Anteile.Einem Gewerkschaftssprecher zufolge beziehen die Mitarbeiter nur rund die Hälfte ihres Lohns, seitdem Kia im Juli vergangenen Jahres für zahlungsunfähig erklärt wurde.Inzwischen sei der Zahlungsrückstand auf acht Monate angewachsen.Die Streikenden fordern die Zahlung der ausstehenden Löhne sowie eine Arbeitsplatzgarantie.Die Firmenleitung wirft der Gewerkschaft vor, damit Maßnahmen zur Rettung der Firma zu behindern.Der Streik habe die Firma bereits umgerechnet rund 180 Mill.DM gekostet.Die Schulden von Kia werden auf umgerechnet knapp 13 Mrd.DM geschätzt.Ein Kia-Sprecher rechtfertigte die Aussperrung mit Sicherheitsgründen.

Ford will Kia Motors zusammen mit örtlichen Gläubigerbanken aus Südkorea übernehmen und damit seine Position in Asien stärken.Das Konsortium solle einen Anteil von 51 Prozent an dem Unternehmen erwerben.Auch die beiden südkoreanischen Konkurrenten, Daewoo und Hyundai, ebenso wie die neugegründete Firma Samsung Motors, hatten in den vergangenen Monaten ihr Interesse an Kia Motors bekundet.

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