Autobauer : Saab soll durch Insolvenz selbständig werden

Eine weitere Hiobsbotschaft aus dem General-Motors-Konzern: Der Autobauer Saab ist insolvent. 4000 Menschen sind dort beschäftigt. Und die finanziellen Löcher bei Opel sind offenbar deutlich größer als bislang angenommen.

StockholmDer zum US-Konzern General Motors (GM) gehörende Autohersteller Saab stellt Insolvenzantrag, will die Produktion aber fortsetzen. Das beschloss der Aufsichtsrat am Freitagmorgen. GM will damit den Weg freimachen für eine selbstständige Zukunft der bisherigen Tochter. Das teilte GM am Freitag mit.

Allein ist Saab nach einhelliger Expertenmeinung allerdings nicht überlebensfähig. Als mögliche Rettung gilt Medienberichten zufolge ein Zusammengehen mit Opel. Der deutsche Konzern gehört ebenfalls zum akut angeschlagenen Hersteller GM. Saab hat im vergangenen Jahr 94.000 Autos abgesetzt und beschäftigt 4000 Mitarbeiter. Das Unternehmen fährt seit Jahren hohe Verluste ein. GM selbst ist akut angeschlagen und kämpft ums Überleben.

CSU will Konkurrenten für Opel-Rettung einspannen

In der Debatte um deutsche Staatshilfen für Opel fordert die CSU unterdessen mehr Engagement aus der Branche. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte der "Bild", die deutschen Autohersteller hätten nun "die einmalige Gelegenheit, sich mit Opel im besonders zukunftsträchtigen Segment der Klein- und Mittelklassewagen breiter aufzustellen". Sie sollten deshalb ein Konzept zu einer Kooperation oder Übernahme von Opel vorlegen.

Für den Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, Willi Diez, kommen deutsche Autohersteller aber nicht als strategische Partner für Opel in Frage. Volkswagen baue zwar von 2012 an die Kleinwagen-Familie "up" und könnte sich daher für eine Fertigung im Opel-Werk Eisenach interessieren, sagte Diez der Zeitung. Dennoch sei die Wahrscheinlichkeit gering, dass ausgerechnet VW den Erzrivalen auf dem Inlandsmarkt unterstützen würde. Das gleiche gelte für Mercedes und BMW, die bereits gemeinsam Hybridmotoren entwickeln und beim Einkauf kooperieren wollen.

Die CSU fürchtet offenbar, dass Hilfe für Opel den Staat teurer kommen könnte, als bislang bekannt. Der Liquiditätsbedarf der Tochter des angeschlagenen US-Konzerns General Motors liegt aktuellen Berechnungen der Bundesregierung zufolge bei rund 3,3 Milliarden Euro, wie das Magazin "Der Spiegel" berichtet. Bislang war von Bürgschaften in Höhe von 1,8 Milliarden Euro die Rede. (sf/jnb/dpa/ddp)

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