Autobranche : Die Japaner liegen vorn

Honda löst Toyota an der Spitze der Zufriedenheitsfrage ab. Das Hybridauto Prius ist das beliebteste Auto. Das ergab eine Umfrage von J.D. Power.

Alfons Frese
Honda Foto: AFP
Die Autofahrer sind mit Honda besonders zufrieden. -Foto: AFP

Berlin - Honda baut die besten Autos. Zu dieser Einschätzung kommen jedenfalls die Autofahrer in Deutschland, die sich an der jüngsten Umfrage des amerikanischen Marktforschers J.D. Power beteiligt haben. Danach hat Honda den Konkurrenten Toyota überholt und liegt nun knapp vorn. Doch auch die Deutschen haben Boden gutgemacht. VW ist sogar der Hersteller, der im Vergleich zur letzten Erhebung im vergangenen Jahr die meisten Plätze gutmachen konnte, und zwar von 23 auf Zwölf. David Lauth von J.D. Power erklärte die Verbesserung mit der gestiegenen Fahrzeugqualität, vor allem den besseren Bedienelementen in Polo und Passat.

Der Verlust des Spitzenplatzes für Toyota liegt begründet im schlechteren Service und höheren Unterhaltskosten. Allerdings besetzt Toyota mit dem Prius den ersten Platz in der Tabelle von 112 Modellen. Dabei stehen auf den ersten zehn Rängen mit nur einer Ausnahme Japaner: Der Skoda Superb aus Tschechien kam auf Platz vier. Bestes deutsches Auto ist der 5er BMW auf Platz zwölf.

Die seit den 60er Jahren in den USA vorgelegte J.D. Power-Studie über die Zufriedenheit der Autokunden wird in der Branche aufmerksam registriert. J.D. Power finanziert sich damit, dass die Ergebnisse der jährlichen Erhebung an die Autohersteller verkauft werden. An der jüngsten Umfrage beteiligten sich gut 20 000 Fahrer, deren Autos im Schnitt zwei Jahre alt sind. Im Mittelpunkt des Fragebogens standen die Kriterien Qualität/Zuverlässigkeit mit einer Gewichtung von 30 Prozent, Fahrzeugattraktivität (25 Prozent), Kundendienst/Händler (23 Prozent) und Unterhaltskosten (22 Prozent). Die Zeitschrift „Auto Straßenverkehr“ berichtet in ihrer neuesten Ausgabe ausführlich über die Ergebnisse der Umfrage.

„Wir sehen in diesem Jahr einen deutlichen positiven Trend bei den deutschen Marken BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen“, fasste Lauth das Ergebnis gewissermaßen aus deutscher Sicht zusammen. Besonders bei der Produktqualität als auch beim Vertragshändlernetz habe es Fortschritte gegeben. Die Spitzenposition des Toyota Prius, der mit einem Hybridmotor, also einer Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor ausgestattet ist, spiegelt nach Einschätzung von J. D. Power „das steigende Interesse an umweltfreundlichen Fahrzeugen“. Der Prius schneide besonders gut in den Kategorien Unterhaltskosten sowie Qualität und Zuverlässigkeit ab.

Auch bei der Aufteilung nach Fahrzeugsegmenten zeigt sich deutlich die Dominanz der japanischen Hersteller. Nur in der Oberklasse konnte mit dem BMW 5er ein nicht-japanisches Auto gewinnen. In der Kategorie Kleinwagen lag der Toyota Yaris vorn, in der Kompaktklasse der Toyota Prius. Die Mittelklasse wird angeführt vom Honda Accord, bei den Vans gewinnt der Toyota Corolla Verso und bei den Geländewagen schließlich der Honda CR-V.

Der VW Golf, mit Abstand das am meisten verkaufte Fahrzeug hierzulande, bekommt von seinen Fahrern nur mittelmäßige Noten und landet auf dem 44 Platz. Auch der Passat, in Deutschland eines der beliebtesten Familienautos, hat kritische Fahrer. Vor allem wegen Klagen über Motor und Getriebe kommt der Passat nur auf den 75. Rang. Bei der Kategorie Qualität kommt Volkswagen auf den 13. Platz, hier führt Toyota vor Subaru und Honda. BMW folgt auf dem vierten, Audi auf dem sechsten und Mercedes auf dem neunten Platz. Bei der Fahrzeugattraktivität liegt immerhin die VW-Tochter Audi gemeinsam mit Honda vorn; BMW kommt auf Platz drei, Mercedes auf dem fünften und VW auf den zwölften Rang.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben