Autobranche : VW drängt auf die Überholspur

Trotz der weiterhin schwierigen Wirtschaftslage schmiedet Europas größter Autohersteller Volkswagen große Pläne: Der Konzern halte an seinem Ziel fest, bis 2018 zum „führenden Autobauer der Welt“ zu werden.

Hamburg - Das sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag in Hamburg bei der Hauptversammlung des Wolfsburger Konzerns. Die angestrebte Komplettübernahme von Porsche verschaffe VW dabei „zusätzliche Schubkraft“.

Nach einem zähen Machtkampf hatte VW im Dezember des vergangenen Jahres 49,9 Prozent an Porsche übernommen. Bis 2011 will der Autobauer den Stuttgarter Sportwagenhersteller komplett schlucken. Langfristig erwarte der Konzern, dass sich VW und Porsche gut ergänzten und daraus ein gemeinsamer Nutzen entstehe, sagte Winterkorn. Damit stieß er während der vergleichsweise unaufgeregten Veranstaltung kaum auf Gegenrede. Ulrich Hocker, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), wies zwar dezent auf die Risiken der expansiven Strategie hin und fragte: „Übernimmt sich der Konzern nicht dabei?“ Grundsätzliche Kritik an der Übernahme war von Vertretern der Kleinaktionäre jedoch nur vereinzelt zu hören.

2010 werde ein insgesamt schwieriges Jahr für die Autoindustrie, warnte Winterkorn. Die Branche werde „frühestens 2012“ wieder Verkaufszahlen wie vor der Wirtschaftskrise erreichen. Dennoch plane VW für dieses Jahr, mehr Autos zu verkaufen und einen höheren Gewinn einzufahren. Hoffnungen setze VW in diesem Jahr auf Wachstum in den Schwellenländern wie Brasilien und China. Im ersten Quartal hatte der Konzern die Verkäufe in der Volksrepublik um 61 Prozent auf über 457 000 Fahrzeuge gesteigert. In Deutschland und Westeuropa werde der Markt dagegen schrumpfen, sagte Winterkorn. (AFP)

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