• Autofahrer können wieder billiger tanken Nach leichter Entspannung im Irak-Konflikt sinkt der Ölpreis

Wirtschaft : Autofahrer können wieder billiger tanken Nach leichter Entspannung im Irak-Konflikt sinkt der Ölpreis

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Hamburg / Wien (dpa). Die leichte Entspannung im IrakKonflikt hat den Öl-Preis an den internationalen Börsen am Montag gedrückt. Zu Handelsbeginn notierte ein Barrel Öl (159 Liter) zur April-Auslieferung an der Warenterminbörse New York Mercantile Exchange (Nymex) bei 35,85 Dollar (Freitag: 36,60). In London fiel der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent bis zum Nachmittag gegenüber Freitag um 49 US-Cent auf 32,30 Dollar. Auch die Benzinpreise in Deutschland sanken nach der Preiserhöhung in der vergangenen Woche wieder deutlich. Allein über das Wochenende hätten die Spritpreise um einen Cent nachgegeben, teilte ein Sprecher der Shell am Montag in Hamburg mit.

Benzin kostet damit im bundesweiten Durchschnitt 1,12 Euro je Liter, Super 1,14 Euro und Dieselkraftstoff 95 Cent je Liter. Damit liegen die Preise um gut zwei Cent unter ihren Rekordwerten im Februar, dem bislang teuersten Monat für die Autofahrer in Deutschland.

Dagegen war der Öl-Preis der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) am vergangenen Freitag auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 32,41 Dollar pro Barrel gestiegen, wie das Kartell am Montag in Wien mitteilte. In der Vorwoche hatte das Barrel noch 31,89 Dollar gekostet. Die Opec strebt einen Richtpreis zwischen 22 und 28 Dollar an.

Experten sehen die am Montag gesunkenen Ölpreise im Zusammenhang mit den Entwicklungen im Irak-Konflikt vom Wochenende. Das türkische Parlament hatte am Samstag die geplante Stationierung von US-Truppen in der Türkei als Vorbereitung auf einen Irak-Krieg abgelehnt. Gleichzeitig hatte der Irak, wie von den Vereinten Nationen gefordert, mit der Zerstörung seiner Al-Samoud-Kurzstreckenraketen begonnen.

Eine grundlegende Trendwende beim Ölpreis deutet sich nach Ansicht des Ölexperten vom Hamburger Welt-Wirtschafts-Archiv, Klaus Matthies, aber nicht an. „Eine Beruhigung ist erst für den Moment zu erwarten, wenn klar wird, ob ein Krieg stattfindet“, sagte Klaus Matthies der dpa. Bis dahin werde der Preis sehr stark schwanken. Hohe Ölpreise gelten als gefährliche Belastung für die ohnehin seit Monaten schwache Weltkonjunktur.

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