Autohersteller : 7000 feiern Solidaritätsfest für Opel Bochum

Spätestens 2016 ist Schluss mit der Autoproduktion bei Opel in Bochum. Während tausende Menschen für den Erhalt demonstrieren, verrät der neue Unternehmenschef seine Strategie.

Zeichen setzen.
Zeichen setzen.Foto: dpa

Als Zeichen für den Erhalt des Bochumer Opel-Werks sind am Sonntag 7000 Menschen zu einem Solidaritätsfest in Bochum zusammengekommen. „Es geht nicht nur um die Zukunft des Werks und der Marke Opel. Daran hängt auch die Zukunft einer ganzen Region“, sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel. Betriebsrat, IG Metall und die Stadtspitzen unterstrichen ihre Forderung nach Sicherheiten für alle Beschäftigten und konkrete Perspektiven für das Werk.

Die Autoproduktion soll nach derzeitigem Stand 2016 in Bochum auslaufen. Die Nachtschicht soll schon in Kürze wegfallen. Das Management hatte angekündigt, 1200 der mehr als 3000 Jobs erhalten zu wollen, unter anderem in der Komponentenfertigung und im Warenverteilzentrum. In dieser Woche sollen die Details der Grundsatzvereinbarung verhandelt und ein Tarifvertrag formuliert werden, über den die IG-Metall-Mitglieder an allen vier Opel-Standorten dann abstimmen werden.

Opel - eine Firmengeschichte
Düstere Aussichten: In Bochum ist der letzte Opel vom Band gelaufen.Weitere Bilder anzeigen
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05.12.2014 11:10Düstere Aussichten: In Bochum ist der letzte Opel vom Band gelaufen.

Der neue Opel-Chef Karl-Thomas Neumann, der am Freitag sein Amt angetreten hat, baut derweil bei der Sanierung der Traditionsmarke auf die Unterstützung der Händler. Aus seiner Zeit bei Volkswagen wisse er, „welche Bedeutung der Handel für den Erfolg eines Automobilunternehmens spielt“, schreibt der neue Opel-Chef in einem Brief an die Händler. „Ich lege daher größten Wert auf die Themen Markenführung, Kundenerlebnis, Kundenzufriedenheit und -bindung, auf eine gute Marktabdeckung und -bearbeitung. Hand in Hand werden wir daran arbeiten“, heißt es in Neumanns Schreiben.

„Ich möchte dafür sorgen, dass wieder unsere Autos im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen. Denn unser Modell- Portfolio ist so stark wie nie zuvor“, bekräftigte Neumann. Zugleich äußerte der Manager Verständnis für die Schwierigkeiten der Opel-Händler: „Mir ist sehr bewusst, was Sie – an der Verkaufs- und Servicefront – jeden Tag erleben müssen. Welche Fragen Ihrer Kunden Sie beantworten müssen. Welche Unsicherheit im Markt herrscht.“

Opel steckt seit Jahren in der Krise, der Markt ist schwach, der Absatz bröckelt – insbesondere in Südeuropa. Die US-Konzernmutter General Motors (GM) erwartet von Opel bis spätestens 2016 eine Rückkehr in die Gewinnzone. Neumann sucht dabei kommunikativ neue Wege: Auch über Facebook und Youtube ging der 51-Jährige kurz nach Amtsantritt an die Öffentlichkeit. dpa

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