Autohersteller : Daimler entzückt die Börse

Mit einem Kurssprung von fast acht Prozent hat die Daimler-Aktie am Dienstag auf die überraschend angehobene Gewinnprognose für Mercedes reagiert.

Berlin - Am Nachmittag notierte die Aktie des Stuttgarter Autoherstellers bei 39,15 Euro – das waren 7,9 Prozent mehr als am Montag. Händler und Analysten zeigten sich beeindruckt von dem deutlich optimistischeren Ausblick. BMW- und VW-Titel gewannen ebenfalls hinzu.

Daimler hatte das Gewinnziel für seine Sparte Mercedes-Benz-Cars in weniger als einer Woche fast verdoppelt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde 2010 bei 2,5 bis drei Milliarden Euro liegen, teilte das Unternehmen am Montagabend in Stuttgart mit. Konzernchef Dieter Zetsche hatte am Mittwoch der vergangenen Woche auf der Hauptversammlung noch ein Ziel von mehr als 1,5 Milliarden Euro ausgegeben. Im ersten Quartal hatte die wichtigste Daimler- Sparte bei Umsätzen von 11,6 Milliarden Euro einen Gewinn (Ebit) von 806 Millionen Euro erzielt.

„Die Zahlen zeigen, dass die Luxusklasse gut läuft, und das kommt auch BMW zugute“, fasste ein Händler zusammen. Kapitalmarktanalyst Heino Ruland von Ruland Research sagte für 2010 eine „Gewinnexplosion“ für die Luxusauto-Hersteller voraus. Nachdem sie 2009 kaum von den international aufgelegten Abwrackprämien profitiert hätten, dürfte nun die Nachfrage deutlich anziehen.

Laut Mitteilung drehte das Daimler-Konzernergebnis (Ebit) vorläufigen Zahlen zufolge ins Plus. Nach einem Minus von 1,4 Milliarden Euro im vergangenen Jahr sei nun ein Plus von 1,2 Milliarden Euro erzielt worden. Getragen worden sei diese Entwicklung von „sehr guten Ergebnissen bei Mercedes-Benz- Cars“. Zu dem Konzernbereich gehören die Marken Mercedes, Smart und Maybach. Die Gewinne seien „die Folge von hohen Verkäufen, starkem Modellmix und guter Preisdurchsetzung zusätzlich zu einer insgesamt vorteilhaften Kostenstruktur im ersten Quartal“, hieß es. Der Konzernumsatz lag im ersten Quartal bei 21,2 Milliarden Euro. 2009 war Daimler insgesamt tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte unter dem Strich 2,6 Milliarden Euro verloren.

Die zweitgrößte Sparte, Daimler Trucks, erzielte im ersten Quartal Erlöse von 4,9 Milliarden und einen Gewinn (Ebit) von 130 Millionen Euro. Im Gesamtjahr soll die Sparte ein Ebit von 500 bis 700 Millionen Euro aus dem laufenden Geschäft erzielen. dpa/mot

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