Wirtschaft : Autohersteller klagen gegen Kalifornien

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Frankfurt am Main Zahlreiche Umweltverbände haben die Klage der deutschen Autoindustrie gegen ein Klimaschutzgesetz im US-Bundesstaat Kalifornien kritisiert. Die Hersteller zeigten keine Verantwortung für den Umweltschutz, erklärten die Verbände am Montag in Frankfurt. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, setzt nun auf den kalifornischen Gouverneur und Ex-Schauspieler Arnold Schwarzenegger: „Der Terminator hat sich in drei Folgen durchgesetzt. Wir sind optimistisch, dass er auch beim vierten Mal siegt.“

Im Gegenzug attackierte Resch Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp und mit ihm die Chefs von BMW, Volkswagen und Porsche. Es sei heuchlerisch, dass die deutschen Autokonzerne sich hier zu Lande ein umweltfreundliches Image gäben, in den USA aber gegen ein Gesetz klagten, das dort die Missstände im Klimaschutz aufgreife, sagte Resch stellvertretend für neun Umweltverbände am Montag in Frankfurt.

Mit dem Gesetz, das am 1. Januar 2006 in Kraft treten soll, will Schwarzenegger die Emission durch Neuwagen drosseln. Bis 2012 sollen sie um 22 Prozent sinken, bis 2016 um 30 Prozent. Die Hersteller haben dagegen Klage eingereicht. Hauptargument: Sie befürchten je nach US-Bundesstaat eine Vielzahl unterschiedlicher Vorschriften und damit zusätzliche Kosten. Für die deutschen Umweltverbände, darunter BUND, WWF, Umwelthilfe und Greenpeace, ist das Vorgehen der deutschen Auto-Hersteller auch deshalb fragwürdig, weil ihre in Europa abgegebene Selbstverpflichtung für das Jahr 2008 deutlich unter den in Kalifornien geplanten Vorgaben liegt. Auf 140 Gramm CO2 pro Kilometer wollen sie dann die durchschnittlichen Flottenemissionen senken. ro

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