Wirtschaft : Autohersteller rechnen 2007 mit Stagnation

Vor dem Jahreswechsel floriert das Geschäft

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Trotz der Mehrwertsteuer-Erhöhung rechnet die deutsche Autobranche für 2007 mit stabilen Verkaufszahlen. „Nach dem ersten Quartal dürften sich die Irritationen legen, dann wird die Autokonjunktur wieder Tritt fassen und im Jahresverlauf an Robustheit gewinnen“, sagte Bernd Gottschalk, Präsident des Branchenverbandes VDA, am Dienstag in Frankfurt am Main. Für das kommende Jahr rechnet er in Deutschland mit einem Absatz von 3,4 Millionen Pkw und Kombi – das wären genauso viele wie in diesem Jahr.

Zur Entwicklung in diesem Jahr sagte Gottschalk, 2006 sei ein „grundsolides Autojahr“ gewesen. Der Absatz sei um drei Prozent gewachsen. Ohne die laufende Jahresendrallye wären die Zahlen aber weitaus schlechter. Allein im November wurden 18 Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen, auch im Dezember erwartet Gottschalk einen Schub. Das liege zum einen an den zahlreichen Rabattaktionen, zum anderen an der höheren Mehrwertsteuer – immerhin verteuert sie ein Fahrzeug um durchschnittlich 700 Euro.

Die ab Januar höheren Preise wird der Autofahrer auch an der Tankstelle und in den Werkstätten zu spüren bekommen. Zudem steigt die Versicherungssteuer. Daher werde sich der Kunde erst neu orientieren müssen. Das Wachstum treiben werde der Export, glaubt Gottschalk.

Bereits für dieses Jahr steht ein neuer Rekord bei der Ausfuhr von Autos, Lastwagen und Bussen an: Mit knapp 3,9 Millionen Fahrzeugen lieferte die Branche rund zwei Prozent mehr Fahrzeuge ins Ausland als 2005. Das mäßige Jahr 2006 hat auch Spuren in der Beschäftigung hinterlassen. In diesem Jahr wurden 15 000 Stellen in der Schlüsselbranche gestrichen. Jetzt produzieren noch 751 000 Mitarbeiter in den deutschen Werken. „2007 wird es sicher keinen Stellenaufbau geben“, sagt Gottschalk.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben