Autoindustrie : Daimler erwägt Ausstieg bei Tata Motors

In der Asien-Strategie des Autokonzerns Daimler sind Beteiligungen an Massenherstellern offenbar nicht mehr angesagt.

Stuttgart/Mumbai - Nachdem sich die Stuttgarter in den vergangenen Jahren von Minderheitsbeteiligungen am koreanischen Autobauer Hyundai und am japanischen Hersteller Mitsubishi getrennt haben, will das Unternehmen jetzt offenbar auch seine gut fünfprozentige Beteiligung an der indischen Tata Motors abstoßen. Daimler lehnte einen Kommentar dazu ab. „Spekulationen kommentieren wir nicht“, sagte ein Konzernsprecher.

Die Beteiligung an Tata stammt wie das Engagement bei Hyundai und Mitsubishi aus der Ära des ehemaligen Daimler- Chefs Jürgen Schrempp, dessen Vision die Welt-AG war. Die Anteile wurden seit mehr als zehn Jahren gehalten, zu gemeinsamen Projekten kam es allerdings nie. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte zuletzt wiederholt die Konzernstrategie für die Marke Mercedes mit einem Vergleich beschrieben: Mercedes stehe für Feinkost, Discount überlasse man anderen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters bietet Daimler 25,6 Millionen Tata-Aktien mit einem Wert von bis zu 429 Millionen Dollar zum Verkauf an. Dies entspricht einem Anteil von 5,34 Prozent an Tata. Der Preis beinhalte einen Abschlag von bis zu sieben Prozent im Vergleich zum Schlusskurs von Montag.

Tata produziert mit dem Nano das billigste Auto der Welt. Der indische Traditionskonzern übernahm 2008 aber auch die Luxusmarken Jaguar und Land Rover. Ein Grund für den Verkauf des Anteils an Tata Motors durch Daimler dürfte aber auch die zunehmend engere Zusammenarbeit der Inder mit Fiat sein. Bereits seit 2006 betreiben Tata Motors und der italienische Konzern ein Joint Venture. HB

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