Autoindustrie : Daimler und Bosch schicken noch mehr Mitarbeiter in Kurzarbeit

Der Autobauer Daimler und Ford sowie der weltgrößte Autozulieferer Bosch weiten die Kurzarbeit für tausende Beschäftigte aus. Auf dem wichtigen Absatzmarkt USA setzt sich unterdessen die Talfahrt fort.

StuttgartBei Daimler werden von März an voraussichtlich 700 Beschäftigte des Werkes in Gaggenau von der Maßnahme betroffen sein, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Stuttgart. Bei Bosch wurde in den Standorten Hildesheim für 1100 und in Nürnberg für 1700 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet sowie in Homburg die Zahl auf 1900 ausgeweitet. Im Ford-Werk Saarlouis soll es bis Juni an 20 Tagen Kurzarbeit geben. Die Vereinbarung von Betriebsrat und Geschäftsführung gilt für rund 5000 Beschäftigte. Bereits vor einer Woche hatte es eine Einigung über 15 Tage Kurzarbeit im Kölner Werk gegeben.

Bei Bosch steige damit die Zahl der angemeldeten Kurzarbeit auf 15.000 Beschäftigte, sagte eine Sprecherin und bestätigte Medienberichte. Insgesamt arbeiten 114.000 Menschen für den Stuttgarter Autozulieferer in Deutschland. Bei Daimler müssen von März an etwa 50.700 Mitarbeiter kurz arbeiten. Im Werk Gaggenau (Kreis Rastatt) gibt es 6500 Beschäftigte. Unter anderem werden Schaltgetriebe für die Mercedes-Benz A- und B-Klasse hergestellt. Bei Mercedes-Benz Cars arbeiten in Deutschland rund 85.000 Menschen.

Daimler leidet unter Mercedes-Benz

Auf dem wichtigen Absatzmarkt USA setzt sich unterdessen die Talfahrt fort. BMW konnte den Negativtrend im Vergleich zum Dezember zwar etwas abbremsen. Der Absatz der Gruppe sank aber um fast 16 Prozent auf rund 14.300 Wagen. Zudem traf es diesmal auch den zuletzt starken Mini. Das Minus fiel bei dem Kleinwagen ebenso hoch aus wie bei der Kernmarke BMW.

Auch Daimler erlitt in den USA einen Absatzrückgang von fast 36 Prozent auf 12.200 Autos. Für das Minus sorgte allein die Kernmarke Mercedes-Benz, die um fast 43 Prozent einbrach. Von seinem vor knapp einem Jahr in den USA gestarteten Kleinwagen Smart verkaufte Daimler fast 1800 Stück.

Bei Volkswagen fiel der Rückgang vergleichsweise moderat aus: Der US-Absatz sank um knapp zwölf Prozent auf etwas über 12.700 Fahrzeuge. "Wir wissen, dass 2009 ein weiteres extrem hartes Jahr für die Autobranche werden kann", sagte der US-Chef von VW, Mark Barnes.

Weltgrößter Autobauer Toyota kämpft ebenfalls mit Absatzproblemen

Bei der VW-Tochter Audi stürzten die Verkaufszahlen allerdings im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 26 Prozent auf rund 4700 Stück ab. Der Sportwagenbauer Porsche verkaufte in ganz Nordamerika 36 Prozent weniger Fahrzeuge - insgesamt 1746 Stück.

Beim japanischen Toyota-Konzern, dem weltgrößten Autobauer, sackte der US-Absatz um mehr als 34 Prozent auf rund 117.300 Einheiten ab. Auch andere asiatische Hersteller verloren erneut deutlich.

In Deutschland hat sich der Negativtrend im Januar ebenfalls fortgesetzt, allerdings mit einem Rückgang der Neuzulassungen um 14 Prozent nicht so extrem. Branchenvertreter sehen hier überdies etwa durch die Abwrackprämie und die Kfz-Steuerreform Licht am Ende des Tunnels. (imo/dpa)

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