Autoindustrie : Daimler und Opel lassen noch weniger arbeiten

Die Wirtschaftskrise zwingt deutsche Autohersteller zu härteren Einschnitten. Bei Daimler müssen nun auch die Beschäftigten im Stammwerk kürzer arbeiten. Opel verlängert die Weihnachtsferien. Die schwedische Konkurrenz bekommt hingegen Hilfe vom Staat.

opel eisenach
Bis Mitte Januar läuft bei Opel Eisenach kein Corsa mehr vom Band. -Foto: ddp

Stuttgart/Bochum/StockholmDer Autohersteller Daimler weitet wegen des Nachfragerückgangs die Kurzarbeit auch auf sein Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim aus. Rund 10.000 der 18.000 Mitarbeiter in dem Werk sind davon betroffen, wie eine Daimler-Sprecherin am Donnerstag sagte. In dem Motorenwerk sei vom 12. Januar an bis Ende März eine Vier-Tage-Woche geplant, zeitweise auch eine Drei-Tage-Woche. Außerdem soll es rund um die Karnevalsfeiertage eine mehrtägige Pause geben.

In den vergangenen Tagen war mit dem Betriebsrat bereits für mehrere andere Werke des Konzerns Kurzarbeit vereinbart worden, betroffen sind Zehntausende Mitarbeiter. Der Betriebsratsvorsitzende des Werkes Untertürkheim, Helmut Lense, geht davon aus, dass die Beschäftigten in der Produktion "im Regelfall über 90 Prozent" ihres normalen Netto-Entgeltes bekommen.

Zeitarbeiter bei Opel vor dem Aus

Opel verlängert in seinem Eisenacher Werk gleich die Weihnachtsferien auf vier Wochen. Die Bänder an denen ausschließlich der Kleinwagen Corsa gebaut wird, stehen vom 15. Dezember bis zum 12. Januar still, wie der Betriebsratsvorsitzende Harald Lieske sagte. Zunächst war ein Produktionsstopp bis zum 5. Januar geplant. Im neuen Jahr wird wohl auch nur mit der Stammbelegschaft weiter produziert - die restlichen Zeitarbeiter dürften ihren Job verlieren.

Wegen des weltweit eingebrochenen Neuwagen-Marktes hatten die General-Motors-Tochter (GM) wie andere Autohersteller die Produktion zuletzt stark gedrosselt. Bei Opel in Eisenach kam es immer wieder zu Produktionsausfällen. In dem Werk arbeiten knapp 1.800 Beschäftigte.

Schweden stützt Saab und Volvo

Unterdessen bekommen die stark angeschlagenen Autohersteller Volvo und Saab Milliarden-Unterstützung von der schwedischen Regierung. Für sie sollen insgesamt 28 Milliarden Kronen (rund 2,6 Milliarden Euro) bereitgestellt werden, kündigten Wirtschaftsministerin Maud Olofsson und Finanzminister Anders Borg an.

Stockholm handelt damit unmittelbar nach der ersten Einigung in Washington auf ein Hilfspaket über 15 Milliarden Dollar für die US-Autoindustrie. Von den akuten Problemen dort sind auch Volvo als Tochter des Ford-Konzerns und Saab als Teil der Opel-Mutter GM direkt betroffen. Die schwedischen Marken stehen zum Verkauf. (sf/dpa)

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