Autoindustrie : Ermittlungen gegen Daimler-Chef Zetsche

Wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen den Daimler-Chef Dieter Zetsche. Einem Medienbericht zufolge sollen belastende Unterlagen aufgetaucht sein.

Dieter Zetsche
Dieter Zetsche. -Foto: dpa

StuttgartLaut Stuttgarter Staatsanwaltschaft besteht der Anfangsverdacht, dass Zetsche (54) als Zeuge in einem Prozess gegen einen Spediteur im Jahr 2002 die Unwahrheit gesagt habe. In dem Prozess ging es um Graumarktgeschäfte beim Stuttgarter Autokonzern. "Der Vorwurf wird im Rahmen des Ermittlungsverfahrens überprüft", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft weiter. Der Ausgang des Verfahrens sei offen. Bei Graumarktgeschäften werden Fahrzeuge am offiziellen Vertriebsnetz vorbei verkauft, um den Absatz zu steigern.

Zetsche soll einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" zufolge 2002 vor dem Landgericht Stuttgart bestritten haben, dass der Konzern in seiner Zeit als Vertriebsvorstand in den Jahren 1995 bis 1998 Graumarktgeschäfte systematisch toleriert oder gefördert habe. Daimler-Kritiker Jürgen Grässlin habe nun der Staatsanwaltschaft neue Unterlagen vorgelegt. Bei den Unterlagen soll es sich um Lieferlisten mehrerer Mercedes-Niederlassungen sowie Briefe handeln.

Bei uneidlicher Falschaussage beginnt der Strafrahmen bei drei Monaten, sagte die Sprecherin der Anklagebehörde. Eine Sprecherin der Daimler AG sagte zu den Ermittlungen: "Wir sehen das sehr gelassen." (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben