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Autoindustrie : Opel ohne Navi

10.12.2012 17:59 Uhrvon und
Opel fehlt die Orientierung.Bild vergrößern
Opel fehlt die Orientierung. - Viola Schmieskors

In Bochum geht 2016 eine Tradition zu Ende. Es könnte eine Warnung für andere Standorte sein. Wohin steuern Opel und die deutsche Autoindustrie?

Lange hatte es sich angedeutet, nun ist es beschlossen und verkündet: Von 2016 an werden in Bochum keine Autos mehr gebaut. Eine Jahrzehnte währende Tradition im ohnehin gebeutelten Ruhrgebiet geht zu Ende, ein schwerer Schlag auch für Deutschlands Autoindustrie.

Was bedeutet die Werkschließung für die Region?

Als der Opel-Betriebsrat kürzlich Solidaritätsadressen für den erneuten Überlebenskampf des Bochumer Werkes brauchte, ließ sich Herbert Grönemeyer nicht lange bitten. „Opel gehört zu Bochum und darf nicht dicht gemacht werden“, sagte der Sänger und versprach, sobald wie möglich seine Heimatstadt zu besuchen.

Sein Bruder Dietrich, der renommierte Mediziner mit seinem über die Grenzen der Stadt geschätzten Institut an der Universität, widersprach dem Musiker der Familie. „Wir sollten uns nicht so sehr um die Vergangenheit, statt dessen mehr um die Zukunft des Reviers kümmern“, rief er aus und warb dafür, möglichst viele Opelaner für Zukunftsberufe zum Beispiel in der Medizintechnik umzuschulen.

Früher hätten solche Sätze reflexartig zu heftigen Protesten geführt. Inzwischen hat sich der Wind gedreht, die seit mehr als einem Jahrzehnt geführte Schlacht um das Opel-Werk im Süden der Stadt hat viele ermüdet, das Sterben auf Raten hat Spuren hinterlassen und selbst bei den Betroffenen die Einsicht reifen lassen, dass das Ende unvermeidlich ist. Während man dies in Bochum noch nicht allzu laut sagen darf, schlägt die Landesregierung bei diesem Thema neue Töne an. „Autos brauchen Absatz“, ließ sich etwa der neue Wirtschaftsminister Garrelt Duin zitieren, in seinem Haus denken Experten längst über die Zeit nach Opel nach. Natürlich ist man in Düsseldorf böse, weil der Konzern auch jetzt wieder alle Vorurteile über schlechte amerikanische Manieren im Wirtschaftsgeschehen zu bestätigen scheint, aber im Kern weiß man, dass die Erfolgsgeschichte von Opel in Bochum nach 40 Jahren nicht mehr weiter geschrieben wird. „Wir bestehen darauf, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt“, ruft Ministerpräsidentin Kraft den US-Managern und ihren schwachen deutschen Statthaltern zu, richtige Empörung klingt freilich anders.

Statt dessen setzt man darauf, dass General Motors zwei Dinge einhält. Erstens verlangt man, dass die angedeutete künftige Komponentenfertigung in einem Teil der Werkhallen auch wirklich realisiert wird. „Die müssen das konkretisieren“, verlangt Garrelt Duin. Zweitens nimmt man den Konzern in die Pflicht, die 450 Millionen Euro an Rückstellungen auch wirklich in der Region zu investieren, um möglichst Neues auf dem alten Gelände entstehen zu lassen. Obwohl Düsseldorf weiß, dass die Bochumer – abgesehen von Dietrich Grönemeyer – noch nicht in Alternativen denken, verweist man in Düsseldorf auf Duisburg, wo die Stadtväter erst kürzlich das Audi-Vertriebszentrum für den Hafen gegen starke internationale Konkurrenz gewinnen konnten. „Logistik ist heute mehr, als nur LKW hin und her zu schicken“, sagt einer, der in Düsseldorf über solche Konzepte nachdenkt.

Dietrich Grönemeyer erzählt an solchen Punkten eine andere Geschichte. Natürlich ist die Universität mit mehr als 6500 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in der Stadt, der Aufbau wird sich fortsetzen. Daneben wirbt er seit langem dafür, noch mehr auf Medizintechnik und Pflege zu setzen. Dass es geht, hat er längst bewiesen. Nach anfängliche Skepsis zählen seine Beiträge zur minimalinvasiven Medizin inzwischen zur Weltspitze, er hat viele Arbeitsplätze geschaffen.

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