Wirtschaft : Autoindustrie reklamiert den Ein-Liter-Lkw Daimler-Vorstand gegen CO2-Regulierung

Berlin - Daimler, der gemessen am Umsatz größte Lkw-Hersteller der Welt, beurteilte seine Wachstumsaussichten in Europa optimistischer als bisher. „Es geht aufwärts“, sagte Daimler-Truck-Vorstand Andreas Renschler am Montag auf einem VDA-Kongress in Berlin. „Der europäische Truck-Markt ist zwar immer noch unter Vorkrisenniveau. Wir rechnen aber mit einem Zuwachs von mindestens 25 Prozent für Lkw über sechs Tonnen in diesem Jahr.“ Bislang war der Stuttgarter Konzern von einem Plus von 20 bis 25 Prozent im laufenden Jahr ausgegangen.

Staatliche Einsparziele für schwere Lkw beim Ausstoß von Kohlendioxid hält Renschler trotz des wachsenden Verkehrs für unnötig. „Unsere Branche hat die denkbar effektivste Selbstkontrolle: den Kunden.“ In Speditionen sei der Kraftstoff mit einem Anteil von rund 30 Prozent einer der größten Kostenblöcke. „Und das heißt für uns Lkw-Hersteller: Wer keine effizienten Lkw verkaufen kann, der verkauft bald gar keine mehr“, sagte Renschler.

Bis Ende 2013 sollen Lastwagen neue, schärfere Obergrenzen beim Ausstoß von Feinstaub und Stickoxiden erfüllen (Euro-6-Norm). Parallel denkt die EU-Kommission darüber nach, 2013 wie bereits für Personenwagen auch für schwere Nutzfahrzeuge CO2-Grenzwerte festzulegen. Um der Euro-6-Norm zu genügen, sind neue Filter in den Lastwagen nötig. Diese treiben aber in der Regel den Kraftstoffverbrauch nach oben.

Nach Angaben des deutschen Automobilverbandes VDA sind moderne Lastwagen bereits heute „wahre Spritsparkünstler“. Ein 40-Tonner im Fernverkehr verbrauche heute im Durchschnitt nur noch rund 30 Liter auf 100 Kilometer. Pro Tonne Ladegewicht liege der Verbrauch damit bei nur einem Liter je 100 Kilometer. „Der Ein-Liter-Lkw ist also heute bereits Realität“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Montag. Im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern sei der Lkw bei den CO2-Emissionen damit wettbewerbsfähig. Wissmann: „Auf kurzen und mittleren Strecken hat er die Nase vorn.“ mot/dpa

1 Kommentar

Neuester Kommentar