Autoindustrie : Spitzentreffen zu Opel in den USA geplant

Die Bundesregierung peilt an, bereits am Donnerstag eine Delegation zu direkten Gesprächen über das weitere Schicksal des Autobauers mit dem Mutterkonzern General Motors und der US-Regierung in die USA zu schicken.

Frankfurt am Main/Berlin - IG-Metall-Chef Berthold Huber und Fiat-Boss Sergio Marchionne werden am heutigen Dienstag wegen Opel zu einem Geheimtreffen zusammenkommen. Das Gespräch ist in der IG-Metall-Zentrale in Frankfurt am Main geplant, erfuhr das „Handelsblatt“ aus Firmen- und Gewerkschaftskreisen. Im Ringen um Opel geht der italienische Autobauer damit kurz vor Ablauf der Bieterfrist am Mittwoch auch auf die Gewerkschaft zu. Die Skepsis der IG Metall gegenüber einem Einstieg bei Opel könnte für die Italiener zu einem entscheidenden Hemmschuh werden, da die deutsche Politik im Superwahljahr einen Konflikt mit der Opel-Belegschaft scheuen dürfte.

Die Bundesregierung wird am Mittwoch erneut über die Lage des angeschlagenen Autobauers Opel beraten. Regierungskreise bestätigten dies der Agentur AP. An dem Tag läuft die Frist der Bundesregierung für die Opel-Interessenten ab, um verbindliche Angebote auf den Tisch zu legen. An dem Treffen wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) und die Minister für Wirtschaft, Finanzen und Arbeit teilnehmen.

Das Schicksal von Opel steuert noch diese Woche auf eine wichtige Vorentscheidung in Washington zu. Die Bundesregierung peilt an, bereits am Donnerstag eine Delegation zu direkten Gesprächen über das weitere Schicksal des Autobauers mit dem Mutterkonzern General Motors (GM) und der US-Regierung in die USA zu schicken. „Falls die bis Mittwoch vorliegenden Konzepte das sinnvoll erscheinen lassen, wird das Bundeswirtschaftsministerium ein Verhandlungsteam in die USA senden“, sagte eine Ministeriums-Sprecherin. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) behält sich vor, die Delegation selbst anzuführen. Gut zwei Monate nach einer ersten US- Reise des Ministers stehen damit neue Spitzentreffen an.

Die beiden Opel-Hauptinteressenten, der italienische Autohersteller Fiat und der Zulieferer Magna, forcierten unterdessen noch einmal ihr Werben um Opel. Am Montag hatte Fiat-Chef Marchionne mit GM-Europa-Boss Carl-Peter Forster in der Opel-Zentrale in Rüsselsheim gesprochen. Vertreter des kanadisch- österreichischen Zulieferers Magna warben für ihre Offerte bei Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz bei einem Treffen in der Firmenzentrale in Graz. Sprecher der Unternehmen und der Gewerkschaft wollten die Informationen nicht kommentieren. hz/str (HB)

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