Wirtschaft : Autokäufer halten sich zurück

Teures Benzin und hohe Steuern schrecken ab

Frankfurt am Main - Die deutsche Autoindustrie kommt trotz des kräftigen Wirtschaftswachstums nicht in Schwung. Die Flaute hielt auch im Mai an und ließ die Zahl der Neuzulassungen mit 294 000 Wagen um elf Prozent unter das Vorjahresniveau sinken, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit. In den ersten fünf Monaten des Jahres blieb der Absatz um zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Als Gründe dafür nannte die Autoindustrie die höhere Mehrwertsteuer sowie die Verunsicherung der Autokäufer wegen hoher Benzinpreise, steuerlicher Belastungen und der Klimadebatte. Dagegen blieben Export und Produktion auf Rekordniveau.

„Wir beobachten die aktuelle Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte mit Sorge“, sagte der neue VDA-Präsident Matthias Wissmann. Er forderte von der Politik klare Rahmenbedingungen, um „den Knoten auch bei der Automobilnachfrage zum Platzen zu bringen.“ Nach Einschätzung von Branchenexperten warten viele Autofahrer den Ausgang der politischen Debatte um die Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase ab, um keine falsche Entscheidung zu treffen. Im Gesamtjahr könnte der Automarkt erstmals seit drei Jahren wieder schrumpfen – und das stärker als bislang erwartet. Noch hält die Branche an ihrer Absatzprognose von 3,3 Millionen Autos nach 3,47 Millionen im Vorjahr fest. Man wolle zunächst die Juni-Zahlen abwarten, hieß es beim Verband.

Dagegen läuft der Export gut. Im Mai wurden laut VDA mit 366 700 Wagen so viele Autos „made in Germany“ exportiert wie noch nie zuvor im Mai. Das Plus binnen Jahresfrist belief sich auf 7,7 Prozent. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurde das bereits hohe Exportergebnis noch einmal um elf Prozent übertroffen. Entsprechend legte die Produktion im Mai um 1,7 Prozent zu. Im Jahresverlauf rollten mit 2,49 Millionen so viele Wagen in Deutschland von den Bändern wie nie zuvor (plus 7,2 Prozent). dpa

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