AUTOKINDERSITZE IM TEST 17 von 27 konnten überzeugen : Gut in Schale

Die Qualität der getesteten Modelle hat sich deutlich verbessert. Trotzdem kann man bei Auswahl und Einbau viel falsch machen

Oliver Voss

Eine gute Nachricht für Eltern: Autokindersitze werden immer sicherer. Mit dem „Maxi Cosi Cabriofix“ hat die Stiftung Warentest nun zum ersten Mal einen Sitz uneingeschränkt als „sehr gut“, bewertet, andere Modelle verfehlten dieses Urteil nur knapp. „Es ist erstaunlich, wie viele gute Urteile wir vergeben konnten“, sagt Testleiter Henry Görlitz. „Vor fünf Jahren waren die Ergebnisse wesentlich schlechter.“ Auch einige preiswerte Modelle konnten in der Spitzengruppe gut mithalten. Die Preisspanne reichte von 69 bis 500 Euro.

Wer sein Kind optimal sichern will, braucht nach Ansicht der Stiftung Warentest drei verschiedene Sitze, bis der Sprössling groß ist: eine Babyschale, einen Sitz für Ein- bis Vierjährige und einen für Kinder bis etwa zwölf Jahre. 27 Autositze für die verschiedenen Altersgruppen wurden getestet, davon schnitten 17 mit „sehr gut“ oder „gut“ ab. Nur drei Sitze wiesen größere Mängel auf.

Doch nicht alle Sitze sind für jedes Auto geeignet. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, Sitz und Kind zu befestigen - die Sicherheit hängt davon maßgeblich ab. Auch beim Einbau kann man viel falsch machen.

Immer mehr Sitze nutzen das so genannte Isofix-Prinzip. Der eigentliche Sitz kann dabei von der Basis getrennt werden und lässt sich so leichter transportieren. Die Plastikbasis wird an speziellen Haltebügeln zwischen Lehne und Autositz befestigt. Allerdings sind nicht alle Autos damit ausgerüstet. Beim alternativen Befestigen mit dem Gurt sinkt die Sicherheit. Mit Stützfüßen oder einem extra Haltegurt können die Sitze besser befestigt werden. Dank dieses Zusatzgurts kommt der „Römer Duo Plus“ fast auf ein „sehr gut“.

„Die Topergebnisse gab es nur mit Isofix-Sitzen“, sagt Verbraucherschützer Görlitz. Auch der Testsieger „Maxi Cosi Cabriofix“, der für Kleinkinder bis 13 Kilo geeignet ist, nutzt dieses Prinzip. Mit einem Preis von 268 Euro gehört er zu den teureren Sitzen. Der „Recaro Young Profi Plus Isofix“ hatte noch bessere Werte im Sicherheitstest. Wird er aber nicht mit der Basis, sondern nur mit dem Gurt befestigt, erhält er statt einem „gut“ nur noch ein „befriedigend“.

„Sitze, die nur mit dem Gurt befestigt werden, sind meistens schlechter“, sagt Görlitz. Es gebe aber auch einfache, gute Babyschalen wie den „Maxi Cosi Citi SPS“, der mit 99 Euro zu den preisgünstigsten Modellen zählt.

Die „mitwachsenden“ Kindersitze (aus Platzgründen nicht in der Grafik abgebildet) schnitten im Test weniger gut ab. Der „Chicco Max-3s“ erhielt nur die Note „ausreichend“, der „Teamtex Newfix SP“ wurde sogar als „mangelhaft“ bewertet. Größere Kinder dürfen die Rückenlehne des Teamtex nicht mehr benutzen. „Das ist Unsinn“, sagt Görlitz, denn ohne Lehne biete der Sitz keinen Schutz bei einem Seitencrash. Auch wenn die Kinder quengeln, sie seien schon groß und wollten keine Lehne mehr, dürfe man dem nicht nachgeben.

Probleme verursachen auch Modelle, in denen die Kinder mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzen. Tendenziell sind diese Sitze für kleine Kinder zwar sicherer: Da sie bei einem Unfall nicht nach vorne gerissen werden, sind sie somit besser geschützt. Doch gerade diese Sitze waren oft schwer einzubauen. „Der beste Sitz taugt nichts, wenn man ihn falsch einbaut“, sagt Görlitz. Manche Sitze seien aber so konstruiert, dass sie fast automatisch falsch befestigt würden. Ein Beispiel dafür ist der „Akta Graco Duologic“ für 500 Euro. Im Sicherheitstest erzielte der Sitz fast ein „sehr gut“, doch letztlich reichte es nur zu einem „befriedigend“. „Die Handhabung hat das Endergebnis vermasselt“, sagt Warentester Görlitz.

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