AUTOKINDERSITZE IM TEST Die meisten Modelle schneiden gut ab : Quer schlafen

Testsieger ist eine Babyschale von Römer. Darin können auch besonders empfindliche Frühchen sicher transportiert werden

Alexander Visser

Die tödliche Gefahr, denen Kinder bei einem Autounfall ausgesetzt sind, wird von vielen Eltern unterschätzt. Denn trotz aller Aufklärungsbemühungen sind nach Angaben der Versicherer immer noch zwei Drittel der Kinder im Auto nicht richtig gesichert. Dabei belegen Unfalluntersuchungen, dass falsch gesicherte Kinder ein siebenmal höheres Verletzungsrisiko haben als Kinder im passenden Sitz. Der aktuelle Produktvergleich von Stiftung Warentest hilft bei der Auswahl des richtigen Sitzes.

Der Test aus dem Novemberheft ist eine Fortsetzung aus dem Juniheft, da mittlerweile neue Sitze auf dem Markt sind. Geprüft wurden zehn Modelle für alle Gewichtsklassen – also für Babys bis 13 Kilogramm, für Kleinkinder bis 18 sowie Kinder bis 36 Kilo. Acht schnitten mit „gut“ ab. Dabei ragt ein Modell besonders heraus: Der Römer Baby Safe Sleeper. Anders als herkömmliche Babyschalen wird er nicht entgegen der Fahrtrichtung, sondern quer auf der Rückbank befestigt. Das Baby kann damit liegend transportiert werden. Das ist wesentlich sicherer als etwa in der abmontierten Tragetasche des Kinderwagens.

„Eine echte Produktinnovation“, sagt Ernst Böhringer, Gesamtvertriebsleiter der Firma Römer in Ulm. Hintergrund für die Entwicklung sei die zunehmende Zahl der Frühchen. „Frauen bekommen immer später Kinder, dadurch kommt es zu mehr Frühgeburten“, sagt Böhringer. Für die ist es noch schädlicher als für normale Babys, längere Zeit sitzend transportiert zu werden. Vor allem in den ersten Monaten raten Ärzte grundsätzlich von längeren Autofahrten ab. Liegend können die Babys dagegen auch längere Strecken bewältigen. „Daher ist der Baby Safe Sleeper ideal für Eltern, die ein Frühchen im Auto mitnehmen wollen oder die mit ihrem Baby häufiger Langstrecken fahren“, so der Römer-Mitarbeiter.

Das 200 Euro teure Modell, das mit zwei Gurten auf der Rückbank befestigt wird, ist aber nur für Kinder bis zehn Kilogramm geeignet. In der Regel halten Babyschalen bis zu einem Gewicht von 13 Kilo. Auch der Bedienkomfort lässt laut Stiftung Warentest zu wünschen übrig.

Entscheidet man sich für eine klassische Babyschale oder will man einen Kindersitz kaufen, ist die erste Frage, die sich Eltern stellen müssen: Hat unser Auto Isofix (siehe Kasten)? Sitze mit Isofix-Sicherung haben oft Sicherheitsvorteile gegenüber Sitzen, die mit dem Autogurt angeschnallt werden. Das zeigt das Beispiel HTS Be Safe Izi Sleep. Es wurde bei Stiftung Warentest bereits in einer Vorgängerversion ohne Isofix recht gut getestet. Die neue Isofix-Version schneidet allerdings noch besser ab und belegt den ersten Platz unter den Babyschalen bis 13 Kilo.

Der Isofix-taugliche Wavo G 0/1 ist ein größenverstellbarer Sitz. Er ist sowohl für kleine Babys geeignet und auch noch für Kids bis 18 Kilogramm. Bisher hatten mitwachsende Sitze laut Stiftung Warentest Sicherheitsprobleme. Dieses Modell, das man ab 266 Euro bekommt, schneidet dagegen mit „gut“ ab. Der Vorteil: Statt nacheinander zwei Sitze zu kaufen, braucht man nur noch einen, bis das Kind 18 Kilogramm wiegt.

Bei den klassischen Kleinkindersitzen von 9 bis 18 Kilo hat der Römer King Plus mit der Note 1,8 am besten abgeschnitten. Für die Kids ab 15 Kilo gibt es im aktuellen Test gleich zwei Empfehlungen: Der Casualplaty Protectorfix (289 Euro) und der nicht halb so teure Römer Kid (ab 135 Euro) erreichen beide die Bewertung 2,1.

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