Autokonzerne : Gläubiger lassen GM fallen

Bei GM läuft alles auf die Insolvenz hinaus. Die Gläubiger haben das Umschuldungsangebot abgelehnt. Für Opel wird es heute keine Festlegung auf einen Investor geben.

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General Motors droht die Insolvenz. -Foto: dpa

Am Mittwochmorgen US-Ostküstenzeit war die Frist für die Gläubiger von General Motors (GM) verstrichen, ein Angebot zur Umschuldung ihrer Darlehen im Umfang von 27 Milliarden Dollar anzunehmen. Verhandlungskreisen zufolge waren nicht einmal zehn Prozent der Kreditgeber bereit, sich im Tausch für das geliehene Geld an einem restrukturierten GM-Konzern zu beteiligen. 90 Prozent der Gläubiger hätten jedoch zustimmen müssen – nur dann hätte die Opel-Mutter den nötigen Spielraum für Reformen und weitere staatliche Hilfen erhalten.

Nach dem Scheitern der Umschuldungsofferte halten Experten den Gang in die Insolvenz noch in dieser Woche für realistisch. Es wäre eines der größten und komplexesten Verfahren dieser Art in der Geschichte der USA.

Grund für die ablehnende Haltung der Gläubiger dürfte der Umstand sein, dass sie sich von dem vorgeschlagenen Umtausch übervorteilt fühlten. Die Gläubiger werfen Regierung und Konzern vor allem vor, den Arbeitnehmern weniger Einbußen abzufordern als den Geldgebern.

Treuhandmodell für Opel wird am Abend beraten

Die deutsche Tochter Opel schuf derweil die Voraussetzung dafür, sich rechtzeitig von der Mutter zu lösen und als neues Unternehmen an den Start zu gehen. Der Aufsichtsrat beschloss die Übertragung der europäischen Werke an die Adam Opel GmbH. Damit ist nach einer finanziellen Trennung von GM auch die rechtliche Eigenständigkeit erreicht, Opel wurde rechtzeitig vor der möglichen GM-Insolvenz aus der Konkursmasse befreit.

Am Mittwochabend findet in Berlin ein Spitzentreffen zur Zukunft Opels statt. Die Bundesregierung will bei dem Treffen endgültig eine Überbrückungsfinanzierung für den Autobauer beschließen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg. Außerdem sollen letzte Details des Treuhandmodells geklärt werden: Bis ein neuer Investor für Opel gefunden ist, soll ein Gremium aus Bundesregierung und GM die Geschicke des europäischen Opel-Unternehmens lenken.

Keine Entscheidung bei Opel

Die Bundesregierung will sich am (heutigen) Mittwoch allerdings noch nicht für einen der der konkurrierenden Opel-Bieter Magna, Fiat, RHJ oder BAIC entscheiden. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte dem Tagesspiegel, es sei "keine Festlegung auf nur einen der Investoren" zu erwarten. Es liege vielmehr "im Interesse von Opel und des Steuerzahlers", wenn mit mehreren Anwärtern weiter verhandelt werde.

Im Mittelpunkt der abendlichen Gespräche im Kanzleramt mit allen Beteiligten werde die geplante Brückenlösung stehen, die die Zeit zwischen einer Insolvenz der amerikanischen Opel-Muttergesellschaft GM und dem Aufbau eines europäischen Opel-Konzerns überbrücken soll. "Dazu brauchen wir von allen Beteiligten das größtmögliche Maß an Sicherheit", betonte Wilhelm. Auch müsse seitens der potenziellen Investoren die Zustimmung zu der von der Bundesregierung geplanten Treuhand-Lösung vorliegen. (Tsp/rtr)
 

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