Wirtschaft : Autokonzerne streiten über Abgasnormen Industrie wehrt sich gegen Pläne der EU

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Brüssel - Die europäische Automobilindustrie will die Pläne der EU-Kommission zur Einführung gesetzlicher Abgasnormen nicht mittragen. Das verlautete am Donnerstag aus dem europäischen Automobilherstellerverband ACEA in Brüssel. Hintergrund ist ein heftiger Streit zwischen den Unternehmen über die Frage, wie die Vorschläge der Kommission branchenintern umgesetzt werden.

EU-Industriekommissar Günter Verheugen und EU-Umweltkommissar Stavros Dimas hatten im Februar beschlossen, den Kohlendioxid-Ausstoß von Neuwagen ab 2012 auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer zu begrenzen. 130 Gramm sollen die Automobilhersteller durch „fahrzeugtechnische Verbesserungen“ bei ihren Modellen erbringen. Weitere zehn Gramm sollen durch flankierende Maßnahmen wie den verstärkten Einsatz von Biokraftstoff eingespart werden. Heute liegt der CO2-Durchschnittswert bei über 160 Gramm pro Kilometer.

Welcher Hersteller bei seiner Flotte wie viel Prozent CO2 einsparen muss, soll die Industrie selbst aushandeln, bevor die Kommission bis Mitte 2008 einen Gesetzentwurf vorlegen wird. Doch die Verhandlungen sind nach Angaben aus Verbandskreisen ins Stocken geraten. So verlangen Marken wie Fiat und Peugeot eine CO2-Gutschrift für bereits geleistete Umweltanstrengungen. Umgekehrt fürchten deutsche Hersteller wie Porsche und BMW, für ihre schweren, PS-starken Modelle überdurchschnittlich stark belastet zu werden. Die Verbandsoberen wollen bei ihrer nächsten Sitzung am 8. Juni die Kommission nun auffordern, der Branche mehr Zeit für die Umsetzung der strengen Abgaswerte zu geben. sce (HB)

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