Autokrise : Experte: GM droht noch vor Weihnachten Konkurs

Düstere Aussichten: Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat das Scheitern des Hilfspakets für die US-Autoindustrie als "dramatisches Signal" bezeichnet. Er rechnet mit einem GM-Konkurs noch vor Weihnachten. Und auch das Schicksal der GM-Tochter Opel dürfte bald besiegelt sein.

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Dicke Autos, große Verluste - General Motors. -Foto: dpa

Halle Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen, sagte dem Radiosender MDR Info am Freitag, die Chancen für eine Lösung im neuen Jahr seien "hauchdünn". "Man muss also damit rechnen, dass General Motors noch vor Weihnachten in Konkurs geht", sagte er.

Auch bei Chrysler ist nach Dudenhöffers Einschätzung ein Zusammenbruch wahrscheinlich. "Das wird dann schreckliche Folgen haben für die amerikanische Automobil- und Zulieferindustrie - und natürlich auch Rückwirkungen bei uns in Deutschland und in Europa", betonte der Experte.

Eine General-Motors-Pleite hätte "spätestens nach einem halben Jahr" auch Anschlusskonkurse bei Opel und allen anderen wichtigen Tochtergesellschaften zur Folge. BMW und Mercedes müssten damit rechnen, dass in ihren amerikanischen Werken "die Bänder stillstehen, weil wichtige Zulieferteile ausfallen". Zugleich kämen zusätzliche Risiken auf große deutsche Zulieferer wie Continental oder Bosch zu. "Da gibt's nur Verlierer bei diesem Spiel. Das wird allen wehtun", betonte Dudenhöffer.

Opel reagierte empört auf die Äußerungen Dudenhöffers und will juristisch gegen den Autoexperten vorgehen. Es sei nicht mehr tragbar, was Dudenhöffer über das Unternehmen verbreite, ohne die internen Zahlen zu kennen, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Hausjuristen sollten nun prüfen, wie gegen den Professor aus dem Ruhrgebiet vorgegangen werden könne. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz meinte: "Dudenhöffer ist der Totengräber für die Arbeitsplätze in der Autoindustrie."

Risiken für deutsche Zulieferer

Der Münchener Autokonzern BMW befürchtet nach dem gescheiterten Rettungspaket für die großen drei US-Automobilkonzerne offenbar Folgen für die Zulieferer. "Wir beobachten die Auswirkungen auf die Lieferanten", sagte ein Sprecher des Münchener Automobilkonzerns am Freitag, ohne Details zu nennen. Die Ablehnung der Milliardenhilfen für die angeschlagenen US-Konzerne der Branche wollte BMW nicht kommentieren.

Die Verhandlungen des US-Senats über den 14-Milliarden-Dollar-Rettungsplan für die Autoindustrie des Landes waren am Donnerstagabend gescheitert. "Wir werden die Ziellinie nicht erreichen", sagte der Mehrheitsführer der Demokraten, Senator Harry Reid der "Washington Post" nach mehr als achtstündigen Unterhandlungen. Die Differenzen mit den Republikanern seien zu groß.

Das Blatt schrieb, beide Parteien hätten sich nicht auf einschneidende Lohnkürzungen für die Beschäftigten in der Branche einigen könne. Reid warnte vor Kursstürzen an den Börsen. "Das wird kein schöner Anblick", sagte er mit Blick auf die New Yorker Wall Street. (mfa/ddp/dpa)

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