Autokrise : GM setzt bei Opel den Rotstift an

Mehr als vier Milliarden Dollar hat General Motors allein im abgelaufenen Quartal verloren. Das Management verordnet dem Autokonzern nun einen rigorosen Sparkurs. Der trifft auch die Belegschaft der deutschen Tochter Opel.

HamburgDer US-Autohersteller General Motors (GM) hat seinen Europa-Managern einen deutlichen Sparkurs auferlegt. Der angeschlagene Konzern verlangt, dass GM Europa im kommenden Jahr 750 Millionen Dollar einspart. Das sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz der "Financial Times Deutschland". Investitionen in neue Modelle seien nicht betroffen, sagte ein GM-Sprecher. Es stehe auch nicht zur Debatte, hier ein Programm zum Arbeitsplatzabbau zu starten.

In laufenden Jahr habe GM Europa mit Belastungen von rund 1,6 Milliarden Dollar zu kämpfen, sagte Franz. Allein durch das starke britische Pfund seien beim Autoverkauf in Großbritannien Währungsnachteile von einer Milliarde Dollar entstanden. Weitere 650 Millionen kämen durch die gestiegenen Rohstoffpreise hinzu. Es werde darüber gesprochen, wo eingespart werden kann und was die Belegschaften bereit sind, in die Waagschale zu werfen, sagte Franz.

Opel-Arbeiter wollen nicht für GM-Fehler zahlen

Im Gegenzug forderte der Arbeitnehmervertreter Produktionszusagen für europäische Werke geben. Zugleich kritisierte Franz, dass GM durch globale Verrechnung Verluste aus den USA nach Europa abschiebe. "Wir werden keinerlei Kompensation von Verlusten verhandeln, die nicht hier entstanden sind", sagte er. "Wir werden keinen Cent generieren, damit GM weiterhin Cash verbrennt."

Der US-Autokonzern steckt in einer tiefen Krise. Allein im dritten Quartal verbuchte GM ein Minus vor Sondereffekten von 4,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz fiel um 13 Prozent auf 37,9 Milliarden Dollar. Fusionspläne mit dem ebenfalls angeschlagenen Konkurrenten Chrysler waren kürzlich vorerst gescheitert - zu groß sind die Kapitalprobleme von GM. (sf/dpa)

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