Autokrise : Opel-Händler wollen sich an Rettungsfonds beteiligen

Neue Hoffnung für Opel? Der Verband Deutscher Opel-Händler (VDOH) will sich finanziell an der Rettung des angeschlagenen Autokonzerns beteiligen. Sie hoffen, dass andere europäische Länder nachziehen.

Darmstadt Die deutschen Opel-Händler seien bereit, sich mit 150 Euro pro verkauftem Fahrzeug über einen Zeitraum von drei Jahren an Opel zu beteiligen, sagte VDOH-Vorstandssprecher Thomas Bieling am Donnerstag in Darmstadt im Anschluss an eine Mitgliederversammlung. "Das ist ein Signal an die Öffentlichkeit, an die Politiker und vor allem an die Mitarbeiter", fügte er hinzu. Vergangene Woche hatten die Vereinigung der europäischen Opel-Händler (Euroda) in Berlin eine entsprechende Initiative beschlossen.

Es habe eine "100-prozentige" Zustimmung zu dem neuen Konzept gegeben. Der Beschluss der Mitglieder sei ein Signal an die Kollegen in anderen Ländern. "Es ist ein europäisches Modell", betonte Bieling. Es setze eine "geschlossene Front" aller europäischen Händler voraus. Damit könnte die "signifikante Summe" von 400 Millionen Euro in drei Jahren aufgebracht werden. Die Opel-Händler rechnen in diesem Jahr mit einem Absatz von rund 1,2 Millionen Fahrzeugen in Europa, inklusive Vauxhall.

Das Geld wird schnell benötigt

Man sei sich bewusst, dass das Geld so schnell wie möglich benötigt werde, sagte der Sprecher. Es gebe daher Überlegungen, den Betrag "sofort zu kapitalisieren". Das müsse zuvor jedoch noch mit Experten besprochen werden.

Das Geld soll den Angaben zufolge in einen Fonds eingezahlt werden, der von der Euroda-Vereinigung verwaltet wird. Opel müsse in eine europäische Aktiengesellschaft umgewandelt werden, als Sitz biete sich Rüsselsheim an, sagte Bieling.

"Eine Art Lokomotivfunktion"

Die Händler könnten Opel jedoch nicht allein retten. "Es ist nach wie vor ein Beitrag der Regierung erforderlich", unterstrich Bieling. Zudem brauche es neben einem Investor die Unterstützung der Mitarbeiter. Er gehe davon aus, dass sich die Händler mit einem Anteil von zehn bis maximal zwanzig Prozent an Opel beteiligten. Gemeinsam mit einer Beteiligung der Mitarbeiter könne eine Sperrminorität von mehr als 25 Prozent erzielt werden.

VDOH-Vorstandsmitglied Esko Thüllen sagte, die deutschen Händler würden mit dem Beschluss "eine Art Lokomotivfunktion" übernehmen. "Ich gehe davon aus, dass die anderen europäischen Länder nachziehen", betonte Thüllen. Seinen Angaben zufolge sind 27 Länder in Euroda vertreten. (mfa/ddp)

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