Automarkt: Tiefstes Loch seit der Einheit : Deutscher Markt erholt sich erst 2011 wieder

Glaubt man den deutschen Automobilherstellern, war 2010 eines der besten Autojahre der Geschichte. Am Heimatmarkt Deutschland allerdings ging der Auftrags- und Absatzboom vorbei – die Branche lebt vom starken Export.

Berlin -„Trotz Hochkonjunktur der deutschen Wirtschaft ist der deutsche Automarkt mit 2,94 Millionen Zulassungen in das größte Loch seit der Wiedervereinigung gefallen“, urteilt der Duisburger Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Der Hochrechnung zufolge bedeutet dies ein Minus von 22,8 Prozent bei den Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr.

Unter den 30 verkaufsstärksten Marken gab es – gemessen an den Zuwächsen beim Absatz – nur vier Gewinner, aber 26 Verlierer. „Kein gutes Bild für einen Markt“, so Dudenhöffer. Am kräftigsten zulegen konnte im Jahr nach der Abwrackprämie Land Rover mit 6700 Verkäufen – einem Plus von 33 Prozent. Zweitgrößter Gewinner ist nach Dudenhöffers Hochrechnung BMW mit 239 400 Verkäufen (plus 6,6 Prozent). Auf Platz drei: Porsche mit 15 900 Zulassungen (plus 3,6 Prozent).

Größter Verlierer unter den 30 größten Marken ist der Studie zufolge Fiat mit 78 900 Zulassungen und einem Minus von 51,9 Prozent. Die Italiener hatten mit ihren Kleinwagen im Jahr zuvor besonders von der Abwrackprämie in Deutschland profitiert. Gleiches gilt für Toyota, Peugeot, Citroen, Opel, Skoda oder Ford, die das Jahr 2010 mit zweistelligen Prozentverlusten abschließen werden.

Bei seinem Ausblick auf das Jahr 2011 gibt sich Dudenhöffer zuversichtlicher: „Die Voraussetzungen für den deutschen Automarkt könnten kaum besser sein.“ So rechnet er mit 3,24 Millionen Pkw-Zulassungen in Deutschland. Das entspräche einem Plus von 10,2 Prozent. Bei tendenziell steigenden Einkommen werde sich der private Konsum und damit auch die Autonachfrage spürbar beleben. Auf neue Rabattschlachten sollten die Verbraucher aber nicht spekulieren: „Das Rabattniveau wird sinken“, prognostiziert Dudenhöffer. mot

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