Automaten-Gebühren : Banken heben Preise fürs Fremdgehen

Kaum funktionieren die fehlerhaften EC-Karten wieder, schon droht Bankkunden neuer Ärger. Wer an einem fremden Geldautomat abhebt muss mit enormen Gebühren rechnen.

Jens Hagen (HB)

Düsseldorf - Nach einer aktuellen Untersuchung der Finanzberatung FMH verlangen die Banken im Schnitt mindestens 5,64 Euro pro Vorgang. Innerhalb von nur sechs Monaten stiegen die Gebühren um 13 Prozent.

Einige Institute verdoppelten in diesem Zeitraum ihre Sätze auf mindestens zehn Euro pro Vorgang. Vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken langen kräftig zu. „Die Gebühren entsprechen nicht dem Aufwand und für einen Preisanstieg gibt es nicht den geringsten Grund“, kommentiert Frank Pauli, Bankenreferent beim Verbraucherzentrale-Bundesverband die Untersuchung.

Im Herbst mussten alle Banken auf Weisung der EU ihre Geschäftsbedingungen ändern. Laut FMH-Studie hat ein Fünftel der knapp 200 untersuchten Banken diese Gelegenheit genutzt, um das Entgelt für Abhebungen an verbundfremden Automaten zu erhöhen. Nur zwei kleine Institute senkten die Gebühren: Die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam und die Volksbank Mosbach.

Zu den größten Preistreibern zählen auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Die Sparda Bank Hannover verdoppelte ihre Sätze auf mindestens acht Euro pro Vorgang. Die Volksbank Kaiserslautern Nordwestpfalz verlangt von Kunden, die an Commerzbank-Automaten ziehen, jetzt zehn statt fünf Euro. „Es besteht der Verdacht auf sitten- und wettbewerbswidrige Preispolitik,“ sagt Verbraucherschützer Pauli. „Wir prüfen, ob wir dagegen vorgehen“.

Der Aufwand für die Abrechnung zwischen den Banken ist mit wachsendem technischen Fortschritt heute nur noch minimal. Doch die Sätze, die sich die Institute untereinander für die Fremdgänger berechnen, steigen seit Monaten rasant an. So werden die Hausbanken gezwungen, die Gebühren für ihre Kunden zu erhöhen. Der Verdacht liegt nahe, dass die Banken sich gegenseitig das Geschäft vermiesen möchten – zulasten der Kunden. Die Bargeldversorgung über Geldautomaten beschäftigt darum auch schon die Gerichte und das Bundeskartellamt. 

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