Automesse in Frankfurt : Angela Merkel eröffnet die IAA

Klimaschutz ja, aber keine Benachteiligung deutscher Autobauer im globalen Vergleich: Zur Eröffnung der Automesse IAA stärkt Kanzlerin Merkel der Branche den Rücken. Den Wandel zur Elektromobilität betont sie dennoch.

Elektromobilität ist bei der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung ein wichtiger Punkt.
Elektromobilität ist bei der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung ein wichtiger Punkt.Foto: dpa

In der Debatte um schärfere europäische Umweltauflagen für Autos hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den deutschen Herstellern den Rücken gestärkt. „Europa muss lernen, dass wir nicht ein isolierter Kontinent sind. Dafür müssen wir über unsere eigenen Grenzen hinausschauen“, sagte die CDU-Politikerin bei der Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung (IAA) am Donnerstag in Frankfurt. „Wir dürfen unseren eigenen Herstellern nicht größere Lasten aufbürden als das andere Länder machen“.

Merkel sagte zu, sich bei der EU für „vernünftige Vorgaben“ bei der CO2-Regulierung einzusetzen: „Die Bundesregierung tritt ein für eine vernünftige Balance zwischen ehrgeizigen Zielen einerseits und unternehmerischer Freiheit andererseits.“ Es könne nicht sein, dass alle Hersteller nur noch sparsame Kleinwagen bauen: „Zu Wachstum und Innovation gehören Autos aller Klassen.“ Zugleich betonte Merkel, sie glaube weiter fest an einen Siegeszug von Elektroautos in Deutschland. „Wir alle sind überzeugt, dass die Elektromobilität eine immer größere Rolle spielen wird. Das Ziel ist und bleibt, wir wollen bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße bringen“, sagte die Kanzlerin.

Merkel eröffnet Automobil-Ausstellung
Gegen die deutsche Haltung laufen Umweltschützer derweil Sturm. "Haarsträubend ist dabei, dass die Hersteller versuchen, mit Hilfe der E-Autos den Absatz an voluminösen Sprit schluckenden Geländewagen zu sicher", protestierte etwa der Verkehrsclub Deutschland, ein ökologischer Verein.Weitere Bilder anzeigen
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12.09.2013 13:07Gegen die deutsche Haltung laufen Umweltschützer derweil Sturm. "Haarsträubend ist dabei, dass die Hersteller versuchen, mit Hilfe...

Die Autoindustrie prangerte erneut die in Brüssel geplanten strengen CO2-Vorgaben an. „Die Ingenieure mit ihrem technischen Know-how müssen Gehör finden bei Juristen und Bürokraten“, sagte der Präsident des Automobilverbands, Matthias Wissmann. Die Automobilindustrie tauge nicht zum politischen Spielball. Denn bei der CO2-Regulierung - Brüssel will bis 2020 den CO2-Ausstoß auf 95 Gramm pro Kilometer drücken - gehe es nicht nur um Klimaschutz: „Es geht auch um eine grundsätzliche industriepolitische Weichenstellung, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas, um die gesunde Balance von Ökologie und Ökonomie.“

Elektrifizierend und faszinierend
Die 65. Internationale Automobilausstellung in Frankfurt hat ihre Pforten geöffnet. Zunächst erst mal für die Presse und Fachbesucher. Am Donnerstag eröffnet dann Bundeskanzlerin Merkel die Messe offiziell. Das Modell im Bild hat übrigens Geburtstag. Der Porsche 911 wurde vor 50 Jahren auf der IAA präsentiert und sollte die Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen bis heute prägen.Weitere Bilder anzeigen
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12.09.2013 15:13Die 65. Internationale Automobilausstellung in Frankfurt hat ihre Pforten geöffnet. Zunächst erst mal für die Presse und...

Vor allem die deutschen Premiumhersteller würden mit ihren schweren Spritschluckern von sogenannten Supercredits profitieren. Das sind Bonuspunkte für Elektro- und Hybridautos. Denn für Oberklassenhersteller ist es deutlich schwieriger, die strengen EU-Grenzwerte nur mit effizienteren Motoren zu erreichen, als für Massenhersteller wie Peugeot oder Fiat.

IG Metall-Chef Berthold Huber hatte Wissmann am Mittwoch in diesem Punkt unterstützt: „Supercredits sind für unsere Premium-Industrie notwendig. Dort haben wir massiv Beschäftigung zu verlieren.“ Hingegen kritisieren Umweltschützer den deutschen Vorstoß. „Haarsträubend ist dabei, dass die Hersteller versuchen, mit Hilfe der E-Autos den Absatz der voluminösen Sprit schluckenden Geländewagen zu sichern", kritisierte etwa der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der sich selbst als ökologischer Verkehrsklub sieht. (dpa)

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