Automobilbranche : VW: Scania bleibt eigenständige Marke

Nach der Übernahme von Scania will Volkswagen den schwedischen Lastwagenbauer im Konzern als eigenständige Marke weiterführen. Der Konzern tritt damit Befürchtungen entgegen, dass Scania mit dem Nutzfahrzeugkonzern MAN verschmolzen werden könnte.

Genf"Wir stehen fest zu Scania und zur Scania-Belegschaft", sagte VW-Chef Martin Winterkorn. "Mit dieser neunten Marke haben wir ein zusätzliches Juwel im Konzern." Winterkorn und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch deuteten an, dass Scania nach den derzeitigen Plänen nicht mit dem Nutzfahrzeugkonzern MAN zusammengelegt werden soll. VW ist auch bei MAN Großaktionär, eine Übernahme von Scania durch MAN war im vergangenen Jahr geplatzt.

VW hatte sich am Montag die Stimmrechts-Mehrheit an Scania gesichert. Dabei übernahm der Wolfsburger Autokonzern für 2,9 Milliarden Euro rund 30 Prozent der Anteile der schwedischen Wallenberg-Gruppe. Damit besitzt VW nun 68,6 Prozent der Stimmrechtsanteile bei Scania. Befragt nach einer möglichen Fusion von Scania mit MAN sagte Piëch, bei VW habe schon immer jede Marke für sich gestanden. Auf die Frage, ob MAN die zehnte Marke im Konzern werde, antwortete der Aufsichtsrats-Chef: "Bin ich Hellseher?"

Winterkorn betonte, die Übernahme zeige, welche Bedeutung VW dem Lastwagen- und Busgeschäft beimesse. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem "Spitzen-Unternehmen aus Schweden." Volkswagen bediene nun vom Kleinwagen bis zum 40-Tonner "das gesamte automobile Spektrum".

Porsche übernimmt den Riesen Volkswagen

VW selbst soll in Kürze von Porsche übernommen werden. Der Porsche-Aufsichtsrat gab am Montag grünes Licht für die Aufstockung der VW-Anteile von derzeit knapp 31 auf über 50 Prozent. Die Autobauer wollten nun noch enger zusammenarbeiten, sagte Winterkorn. "Die Zusammenarbeit mit Porsche wird weiter intensiviert werden." Er begrüße die geplante Mehrheitsübernahme durch den Sportwagen-Hersteller ausdrücklich. Der geplante Schritt zeige, welches Vertrauen Porsche in die Volkswagen AG habe.

Der VW-Konzern ist derzeit gut unterwegs. Im vergangenen Jahr konnte die Gruppe den Gewinn um fast die Hälfte auf 4,1 Milliarden Euro steigern. "Wir haben uns mit Hochdruck um Produktivität und Kosten gekümmert", sagte Winterkorn. Der Konzern wolle mit einer Reihe neuer Modelle seinen profitablen Wachstumskurs fortsetzen. "Wir bleiben auf der Überholspur."

Piëch kündigte vor Journalisten an, er wolle die Gründe für seinen Rückzug aus dem Präsidium des Porsche-Aufsichtsrats erst in einigen Wochen offen legen. "Warten Sie ein paar Wochen, dann werden Sie es verstehen", sagte er bei der Präsentation neuer Modelle vor dem ersten Pressetag auf dem Genfer Auto-Salon. (mhz/dpa)

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