Wirtschaft : Automobilindustrie: Audi steuert gegen den Branchentrend auf Rekord zu

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Ungeachtet der Eintrübung der weltweiten Automobilmärkte und dem Schock durch die Terrorakte in den USA bleibt die Ingolstädter Audi AG dieses Jahr auf Rekordfahrt. Schon jetzt sei klar, dass 2001 für die Luxuswagentochter des Wolfsburger VW-Konzerns den sechsten Rekordwert in Folge bringt, "obwohl die diesjährige Ernte noch nicht ganz eingefahren ist", freute sich Audi-Chef Franz-Josef Paefgen vor Journalisten in München. Für 2002 sieht er zudem "beste Voraussetzungen" einen siebten Rekord erreichen zu können.

Was Paefgen so zuversichtlich macht, ist der Umstand, dass Audi zuletzt auch in schrumpfenden Märkten zulegen konnte. So sei der Kfz-Absatz in Deutschland bis Ende September zwar branchenweit um gut zwei Prozent gesunken. Audi habe aber mit fast 189 000 Autos gut sechs Prozent mehr ausgeliefert. Mit aktuell 7,2 (Vorjahr 6,7) Prozent haben die Ingolstädter damit hier zu Lande den höchsten Marktanteil ihrer Firmengeschichte erreicht.

In den USA, wo der Absatz aller dortigen Kfz-Importeure im September um ein Fünftel eingebrochen war, erwartet der Audi-Chef für seinen Konzern bereits diesen Oktober wieder Zuwächse. Er sei optimistisch, Ende 2001 in den USA mehr als die 80 372 Audis des Vorjahres verkauft zu haben. Nach neun Monaten legte Audi in den USA um 5,6 Prozent auf 63 700 Verkäufe zu. Insgesamt wollen die Ingolstädter dieses Jahr ihre Umsätze um gut ein Zehntel auf rund 43 Milliarden Mark und die Gewinne mindestens proportional erhöhen. Nach neun Monaten der laufenden Periode hat Audi den Vorsteuergewinn um zwölf Prozent auf rund 1,4 Milliarden Mark gesteigert und den Konzernumsatz um 14,5 Prozent auf gut 32,5 Milliarden Mark erhöht.

Exakte Prognosen für 2002 lehnte der Konzernchef ab. Es sei zwar erkennbar, dass sich die Automobilmärkte vor allem in den USA vom Schock der Attentate des elften September erholen. Unklar sei aber noch, bei welchem Niveau sich diese Erholung einpendle. Auch zu Fragen nach einem neuen Werk äußerte sich Paefgen nur wage. Bis Ende des Jahres wollen die Spitzen von VW und Audi geklärt haben, in welcher der weltweiten VW-Fabriken künftig Audis vom Band rollen.

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