Wirtschaft : Automobilindustrie: Autobauer tricksen - Autokäufer sparen

Heike Jahberg

Wer ein Auto will, der hat in der Regel eins. Oder zwei. Die Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigt: Der deutsche Automarkt ist gesättigt. Und wenn die Konjunktur schlapp macht, spüren es die Autohersteller zuerst. Jahr für Jahr kamen zuletzt weniger Neuwagen auf die Straße. Nur 3,3 Millionen Neuzulassungen im vergangenen Jahr - das sind schlechte Nachrichten. Zumal die Industrie ihre Überkapazitäten immer noch nicht abgebaut hat und die Frage, welche Marke als nächste bei einem der großen Konzerne landen wird, nur noch die des Zeitpunkts ist.

Niemand braucht daher gute Nachrichten mehr als die Autokonzerne. Und weil die Marktlage diese Meldungen im Augenblick nur in Einzelfällen - bei Porsche zum Beispiel oder bei Audi - hergibt, machen sich die anderen ihre guten Nachrichten eben selbst. Denn wer einmal als Verlierer gilt, der verliert seine Marktanteile noch schneller. Vor allem die weniger erfolgreichen Autohersteller versuchen mit allen Tricks, ihre Zulassungsstatistik zu schönen. Der verbilligte Verkauf von Neuwagen an Werksangehörige, die subventionierte Übertragung von Fahrzeugflotten an Mietwagenfirmen oder die Trickserei mit Tageszulassungen - das Ziel ist gleich: mehr scheinen als sein.

Die Käufer profitieren jedenfalls. Unter den Fahrzeugen der Werksangehörigen, denen der Arbeitgeber nach einem Jahr schon wieder einen neuen Wagen hinstellt, sind echte Schnäppchen. Und über Tageszulassungen bekommt der Kunde Autos, die faktisch Neuwagen sind, zum Preis eines Gebrauchten. Bis zum nächsten Aufschwung.

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