Automobilindustrie : BMW rettet sich in die Gewinnzone

Der Luxuswagenbauer BMW hat die Autokrise 2009 trotz einiger Einbußen wohl ohne Verluste überstanden. "Wir sind zuversichtlich, dass die BMW Group im abgelaufenen Geschäftsjahr ein positives Konzernergebnis vor Steuern erzielt hat", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer.

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Reithofer -Foto: ddp

München - Für 2010 zeigte sich Reithofer optimistisch, den Absatz wieder um einige Prozentpunkte auf mehr als 1,3 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce zu hieven und Geld verdienen zu können. Damit lägen die Verkäufe noch um 100 000 Autos unter dem Niveau von 2008. Neue Modelle wie die 5er-Baureihe und ein Mini-Geländeauto sollen Auftrieb bringen. „Wir wollen der weltweit führende Premiumhersteller bleiben“, gab Reithofer als Ziel aus.

Die Börse reagierte begeistert. Die Aktie setzte sich mit einem Plus von mehr als fünf Prozent an die Spitze des Dax. 2009 sind die Verkäufe um gut ein Zehntel auf 1,28 Millionen Autos geschrumpft, wobei die Kleinwagenmarke Mini am wenigsten und die Topmarke Rolls-Royce am stärksten litt. Bei Motorrädern, die BMW nur in Berlin baut, sank der Absatz um 14 Prozent auf 87 306 Maschinen. Auf vier Rädern konnten die Münchner zumindest im Segment der Luxuswagen 2009 ihre globale Führung verteidigen – der Marktanteil blieb bei gut 21 Prozent vor Mercedes (20 Prozent) und Audi (19 Prozent). Wie viele andere Hersteller setzt BMW große Hoffnungen auf Wachstumsmärkte wie China, Brasilien oder Indien. Zulegen wollen die Münchner aber auch in Deutschland. Zuletzt ist BMW in der Heimat zurückgefallen, weil der Konzern von der Abwrackprämie kaum profitiert hat. Statt auf 8,2 Prozent kamen die Bayern nur noch auf 5,9 Prozent Marktanteil. Nun liegt im Inland Mercedes mit 7,0 (Vorjahr 10,0) Prozent vorne. Auch Audi hat BMW mit 6,2 (8,1) Prozent überflügelt. 2009 ist Deutschland mit mehr als 258 000 verkauften Autos wieder zum größten Absatzmarkt von BMW geworden.

In Grenzen halten konnten die Münchner ihren Umsatzrückgang. Die Erlöse schrumpften um fünf Prozent auf 50,6 Milliarden Euro, nur halb so stark wie der Absatz. Bilanziell mutmaßlich knapp in die schwarzen Zahlen gerettet haben sich die Bayern, die 2008 noch 330 Millionen Euro und im Jahr davor drei Milliarden Euro verdient hatten, durch striktes Sparen. Ende 2009 zählte die Stammbelegschaft nur noch 96 000 Menschen, knapp 4000 Beschäftigte weniger als vor Jahresfrist. Das wird sich fortsetzen. Der Stellenabbau werde 2010 aber niedriger ausfallen, sagte ein Sprecher. Für die Entwicklung vor allem von Elektroautos würden dieses Jahr 550 Akademiker eingestellt. 400 dieser Jobs entstünden in Deutschland. Die Kurzarbeit ist ausgelaufen. tmh

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