Wirtschaft : Automobilindustrie: Chrysler lässt den "Crossfire" in Deutschland bauen

Der amerikanische Autobauer Chrysler fertigt erstmals ein Auto in Deutschland. Das neue zweisitzige Sportcoupe "Crossfire" wird vom Osnabrücker Autohersteller Karmann hergestellt, berichtete die Daimler-Chrysler-Tochter. Karmann baut bereits das Mercedes-Benz CLK Cabriolet und -Coupe.

Nach Angaben von Konzernchef Jürgen Schrempp wird der "Crossfire" mit Spitzentechnik von Mercedes-Benz ausgestattet. Schrempp sagte in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", dass der "Crossfire" nach nur 18 Monaten Entwicklungszeit bereits Anfang des Jahres 2003 auf den Markt kommen wird. "Dieses Fahrzeug wird weltweit erfolgreich sein", meinte der Automanager, der ergänzte, dass die Produktion bei Karmann am wirtschaftlichsten sei. Schrempp, dessen Vertrag gerade um zwei Jahre bis zum Jahr 2005 verlängert worden ist, erklärte, dass die kurze Zeit vom Produktionsentscheid vor wenigen Wochen bis zur Markteinführung nur durch einen intensiven Austausch innerhalb des Konzerns möglich sei. Der "Crossfire" sei ein hervorragendes Beispiel dafür, was Daimler-Chrysler mit der Technologie von Mercedes-Benz und dem "American Spirit", etwa im Design, erreichen könne.

Der futuristische Zweisitzer war im Januar auf der Automobilausstellung in Detroit als "Concept-Car" vorgestellt worden und hatte großen Anklang gefunden. "Wir mussten eng mit Karmann zusammenarbeiten, um die Geschäftsvorgaben zu erreichen", erklärte Chrysler-Chef Dieter Zetsche. Es habe strikte Kosten- und Qualitätsziele gegeben. Die rigorose Kostenkontrolle ist ein Mittel, die angeschlagene Chrysler Group wieder in die Gewinnzone zu führen.

Karmann baut seit 1949 für fremde Hersteller Autos, die nur in relativ kleinen Stückzahlen auf den Markt kommen. Das Unternehmen beschäftigt 7600 Mitarbeiter und baut jährlich rund 100 000 Autos. Besonders bekannt wurden die VW Käfer Cabriolets und der VW Karmann-Ghia. Karmann poduzierte aber auch für BMW und Ford. Chrysler will weitere Einzelheiten der Produktions-Version des "Crossfire" auf der Autoausstellung im kommenden Januar in Los Angeles vorstellen.

Schrempp betonte, dass die Konzern-Pkw-Marken Chrysler, Jeep, Dodge, Mercedes-Benz und Smart sowie Mitsubishi so positioniert würden, dass sie ihre Identität behalten und sauber auf die Kunden zugeschnitten werden könnten. Dies schaffe auch die Voraussetzungen, mit höheren Stückzahlen Skaleneffekte zu erreichen. So werde der neue viersitzige Smart 2004 mit derselben Plattform wie zwei Varianten von Mitsubishi auf den Markt kommen. Diese drei Fahrzeuge bestünden zu 60 Prozent aus gleichen Teilen. In der Kompakt- und Mittelklasse werde es zwischen Mitsubishi und Chrysler gemeinsame Plattformen geben.

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