Wirtschaft : Automobilindustrie: Deutsche Autobauer spüren keine Konjunkturkrise

Mit einem Umsatzplus von fast zwölf Prozent hat sich die deutsche Autoindustrie im ersten Halbjahr als Konjunkturstütze erwiesen. Die Branche habe keinen Anlass zu Krisengerede, auch wenn im Inlandsmarkt der "frische Wind" fehle, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, am Mittwoch in Frankfurt (Main). Die Exporterlöse stiegen den Angaben zufolge im ersten Halbjahr um 16 Prozent, im Inland fiel das Umsatzplus mit fünf Prozent dagegen vergleichsweise niedrig aus. Insgesamt wies die Branche einen Umsatz von 204 Milliarden Mark aus. Die Pkw-Produktion deutscher Hersteller stieg weltweit um neun Prozent auf 4,9 Millionen Fahrzeuge.

Gottschalk erklärte, im Inland habe man bei den Pkw-Neuzulassungen mehr erwartet. "Wir erkennen aber Tendenzen, die uns zuversichtlich machen." So sei von April bis Juli wieder ein Zuwachs von einem Prozent ausgewiesen worden. Mit der erwarteten Belebung im zweiten Halbjahr nach der Beruhigung der Treibstoffpreise sollte ein Absatzvolumen am deutschen Markt von 3,33 Millionen Fahrzeugen möglich sein. Zugleich wies Gottschalk darauf hin, dass die deutschen Konzerne hier zu Lande besser abschnitten als ausländische Wettbewerber, die einen Rückgang um fast zehn Prozent bei den Neuzulassungen verzeichneten. Die Deutschen lagen dagegen mit einem Prozent im Plus, ihr Marktanteil erhöhte sich im ersten Halbjahr auf 72 Prozent.

Auf dem von einer Absatzflaute gebeutelten US-Automarkt konnten die deutschen Hersteller in den ersten sieben Monaten den Angaben zufolge ihre Verkäufe um fünf Prozent erhöhen. Der Marktanteil im Pkw-Bereich habe sich dadurch auf mehr als neun Prozent verbessert. Gottschalk wies zwar darauf hin, dass der Branche auch der schwache Euro auf dem US-Markt zu Gute gekommen sei. Zugleich zahle sich aber aus, dass die deutschen Autobauer auf modernes Design, Technik und Innovation setzten.

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