Wirtschaft : Automobilindustrie: Die Autohersteller fahren auf Sachsen ab

Alfons Frese

Die Autoindustrie ein "reifer" Wirtschaftsbereich auf gesättigten Märkten mit entsprechend wenig Wachstumspotenzial? Deutschland ein häßlicher Standort, reguliert und teuer, der die Unternehmen in die Flucht schlägt? Im Moment entstehen nirgendwo so viele Autowerke wie hierzulande: VW liegt mit dem Bau der gläsernen Autofabrik in Dresden für den Nobelwagen D 1 in den letzten Zügen; in Leipzig lässt Porsche demnächst einen Geländewagen montieren. Und den Höhepunkt setzt voraussichtlich BMW. So wie die Dinge stehen, werden die Münchener für knapp zwei Milliarden Mark ein Werk in Leipzig bauen, knapp 10 000 Arbeitsplätze bringt das für die Region. Eine großartige Nachricht für Ostdeutschland und insbesondere Sachsen. Der Freistaat entwickelt sich wieder zu einem Zentrum der deutschen Autoindustrie. VW baute bereits kurz nach der Wende in Mosel ein großes Werk, eine Vielzahl von Zulieferern hat sich inzwischen dort niedergelassen. Es gibt in der Region ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte, die Verkehrsanbindung ist gut, das Netzwerk aus Herstellern, Lieferanten und Dienstleistern funktioniert immer besser, und schließlich liegt Sachsen mitten im erweiterten Europa. VW und Porsche haben sich nicht zuletzt auf Grund des "Made in Germany" für Ostdeutschland entschieden, bei der Premiummarke BMW hat Vorstandschef Joachim Milberg ein ähnliches Motiv angedeutet. In den USA übrigens, wo BMW einen Sportwagen baut, haben die Münchener sehr lange mit Qualitätsproblemen kämpfen müssen. Also dann lieber nach Sachsen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben