Wirtschaft : Automobilindustrie: Die deutschen Fahrzeughersteller gewinnen Märkte

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Dank eines guten Exportgeschäfts im ersten Halbjahr 2001 haben die deutschen Autohersteller ihre Position auf allen wichtigen Märkten verbessern können. Die Ausfuhren stiegen nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) um acht Prozent auf 1,9 Millionen Personenwagen. Im Inland gelang es den Anbietern trotz rückläufiger Neuzulassungen, noch 1,3 Millionen Autos abzusetzen - ein Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2000.

VDA-Präsident Bernd Gottschalk sah keinen Anlass für eine Schwarzweiß-Betrachtung in der Autobranche. Die Hersteller befänden sich weder in der Krise noch in einer Boom-Phase, sagte Gottschalk am Donnerstag in Stuttgart. Während der Export weiter wachse, entwickle sich der Inlandsmarkt mit einer Produktionssteigerung um sechs Prozent auf 2,8 Millionen PkW stabil. Zugleich bleibe der Wettbewerb "messerscharf". Ein Teil des Erfolgs im Auslandsgeschäft sei zweifellos auch auf den schwachen Euro zurückzuführen. In der Autoindustrie sind seit Anfang des Jahres 7000 Stellen geschaffen worden. Mit insgesamt 762 000 Beschäftigten zählte die Branche 25 000 mehr als im Jahr 2000. Der "Autofrühling" sei gleichwohl ausgeblieben, räumte Gottschalk ein, so dass sich der Pkw-Absatz 2001 auf 3,33 Millionen Stück abschwächen werde. Der Optimismus vom Jahresbeginn habe sich nicht erfüllt. Damals hatte der VDA mit einem Plus auf 3,5 Millionen gerechnet, nachdem der Absatz 2000 um elf Prozent auf 3,38 Millionen eingebrochen war.

In den ersten vier Monaten stieg der Umsatz der deutschen Autohersteller nach VDA um 15 Prozent auf 136 Milliarden Mark. Auf dem größten Automarkt der Welt, den USA, auf dem seit Januar die Neuzulassungen um sechs Prozent zurückgingen, wurden mehr Fahrzeuge aus deutscher Produktion verkauft und damit der Marktanteil um 0,6 Prozent auf neun Prozent gesteigert. In Westeuropa sanken die Neuwagenverkäufe um zwei Prozent, der Marktanteil deutscher Produktion stieg auf 46,5 Prozent.

Aus dem In- und Ausland stiegen die Auftragseingänge von Januar bis Juni um sechs Prozent, wobei sich ein Plus von 13 Prozent im Export und ein Bestellrückgang im Inland von fünf Prozent ergab. Im Juni habe sich aber die saisonbereinigte Nachfrage gegenüber Mai wieder um 16 Prozent erhöht. Gottschalk rechnet im PkW-Geschäft mit einem neuerlichen Exportrekord für das Jahr 2001. Im Inland seien die Neuzulassungen im ersten Quartal dagegen um 6,6 Prozent gesunken, das zweite Quartal habe indes schon ein leicht positives Ergebnis gebracht. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn rund drei Prozent weniger Fahrzeuge zugelassen. Die Erwartung einer positiven Entwicklung der Realeinkommen sei durch höhere Energiepreise, Steuern und Versicherungsprämien zunichte gemacht worden, so der VDA. Zu schaffen macht der Branche auch das Nutzfahrzeuggeschäft. Die Neuzulassungen von schweren Fahrzeugen über sechs Tonnen fielen um zehn Prozent. Die Ausfuhr stieg noch um fünf Prozent. Dies werde sich aber im Jahresverlauf nicht halten lassen, fürchtet der VDA.

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