Automobilindustrie : GM will US-Modell in Antwerpen bauen

Zur besseren Auslastung des Antwerpener Opel-Werks will der Mutterkonzern General Motors dort möglicherweise auch das US-amerikanische Modell Saturn montieren lassen. Bis September 2007 sollen 25.000 Exemplare vom Band laufen.

Brüssel - Antwerpen habe offiziell noch keinen Zuschlag für den Bau des Saturn bekommen, die Autofabrik in der nordbelgischen Hafenstadt sei aber ein akzeptabler Kandidat, sagte eine Sprecherin von General Motors (GM). Noch werde geprüft, ob und in welchem Umfang sich der Saturn-Bau in Europa rechne. Die Entscheidung solle in den kommenden Monaten fallen.

Die flämische Zeitung "De Tijd" berichtete, das Antwerpener Werk wolle zusätzlich zu rund 230.000 Opel Astra im Jahr ab September 2007 auch 25.000 Saturn bauen. Neben dem Hauptmodell Astra laufen derzeit in der Autofabrik auch der Vauxhall für den Export nach Großbritannien und das Modell Holden für den australischen Markt vom Band. Der in den 80er Jahren für den US-amerikanischen Markt entwickelte Saturn wird in Europa nicht vertrieben. Anfang der Woche hatte GM bekanntgegeben, das Autowerk in Flandern sei mit der Astra-Produktion nicht ausgelastet, ein Job-Abbau sei vorerst aber nicht geplant.

Die belgischen Autobauer sind seit Tagen in Aufruhr, nachdem Volkswagen den Abbau von bis zu 4000 Stellen in seinem Brüsseler Werk bekannt gegeben hat, weil die Golf-Produktion ganz aus Belgien abgezogen wird. Beschäftigte und Gewerkschaften befürchten nun das Aus für ihre Fabrik. 1997 hatte Renault im flämischen Vilvorde sein Werk geschlossen. Damals waren rund 3000 Menschen arbeitslos geworden. (tso/AFP)

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