Automobilindustrie : Hersteller rücken zusammen

Die Automobilkrise bringt Bewegung in die Kooperationsgespräche von BMW mit Daimler und Peugeot.

München - „Es wird intensiver“, sagt ein Insider dem Tagesspiegel in München. BMW-Projektteams loteten die Chancen für eine verstärkte Zusammenarbeit mit einem der beiden Konkurrenten aus. Die Waagschale neige sich dabei eher in Richtung der Franzosen. Beschlossen sei aber über die bestehenden Verflechtungen hinaus noch nichts.

Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sind dagegen engere Kooperationsabkommen zwischen Daimler und BMW bereits unterschriftsreif. Jede Art der Kooperation, die der Kunde nicht bemerke, sei denkbar, zitierte die Zeitung „ranghohe Manager". Die Konkurrenten sprechen seit längerem über eine Kooperation in bestimmten Bereichen. BMW bestreitet, dass bereits unterschriftsreife Verträge vorlägen. „Es gibt nichts Neues dazu“, sagte ein BMW-Sprecher am Sonntag.

Der Zeitung zufolge geht es um eine Zusammenlegung des Einkaufs, eine Verflechtung beider Autobanken und gemeinsame Motorentwicklung. Das werde in der Tat geprüft, sagt der BMW- Insider – aber nicht exklusiv in Richtung Daimler. Ausgelotet werde eine Kooperation vor allem auch mit Blick auf PSA Peugeot Citroen. Zu beiden potenziellen Partnern gibt es bereits Verbindungen. Mit PSA baut BMW Motoren für die Kleinwagenmarke Mini. Mit Daimler besteht eine Einkaufskooperation, und gemeinsam entwickelt man Komponenten für Hybridmotoren.

Für eine engere Kooperation mit Peugeot spricht die Kompetenz der Franzosen im Kleinwagenbereich, der mit Blick auf Klimaschutzziele an Bedeutung gewinnt. Eine dritte Variante – eine Zusammenarbeit mit Fiat – kommt für BMW dem Vernehmen nach nicht mehr in Frage. Seitdem die Italiener sich an Chrysler beteiligen wollen, sei diese Variante vom Tisch, hieß es. tmh

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