Wirtschaft : Automobilindustrie: VW denkt an Produktionspause zu Weihnachten

Bei Volkswagen in Wolfsburg wird über eine weitere Produktionspause nachgedacht. "Falls sich die Vertriebszahlen in den ohnehin etwas schwächeren Wintermonaten nicht wie erwartet entwickeln, könnte man die Arbeitszeitkonten nutzen und vor oder nach Weihnachten Ferien machen. Da haben ohnehin viele Beschäftigte Urlaub eingereicht", sagte der Vorsitzende des VW-Betriebsrats, Klaus Volkert, am Mittwoch. VW hatte Anfang Oktober die Produktion in Emden und Wolfsburg für eine Woche angehalten. "Der Absatz könnte besser sein, aber es ist noch nicht so, dass wir uns ernsthafte Sorgen machen", betonte Volkert. "Wenn nicht ganz katastrophale Dinge passieren, sehen wir weltweit im Konzern keine Notwendigkeit für eine Werksschließung." Volkert forderte den VW-Vorstand auf, mögliche Folgen der weltweiten Konjunkturabschwächung für das Unternehmen gerecht auf alle Konzernstandorte zu verteilen.

Zu den anstehenden Konzernplanungen für die Investitionen der nächsten Jahre ("Planungsrunde 50") sagte Volkert: "Sie sieht nicht schlecht aus." Absehbar seien wie in den Vorjahren rund 30,7 Milliarden Euro. Dabei werde der designierte Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder bereits neue Akzente setzen. "Mit der Komponentenfertigung, die bei Ferdinand Piëch kein Schwerpunkt war, kann man Geld verdienen." Volkert räumte ein, dass die Produktplanung des Unternehmens in den letzten Jahren Lücken zum Beispiel bei einem Minivan gehabt habe. "Es ist spät, aber nicht zu spät. Mich beruhigt, dass sich der auch relativ spät angebotene Sharan die Marktführerschaft erobert hat."

Weitere Produktions- und andere Kostensenkungsmaßnahmen strebt auch der US-Konzern General Motors an. Im Zuge des Sanierungsplanes "Olympia" will GM die europäische Kapazität bis zum Jahr 2004 um jährlich 350 000 Autos reduzieren. Daran sollen alle europäischen Werke beteiligt werden. Die größten Umstrukturierungsmöglichkeiten gebe es jedoch mit der Einführung der nächsten Generation des Astra-Modells. Deshalb seien die Fabriken im belgischen Antwerpen und das deutsche Opel-Werk Bochum besonders betroffen, wo der Astra gegenwärtig produziert werde. Opel-Chef Carl-Peter Forster erklärte, dass man jetzt von der Analysen- und Planungs- in die Umsetzungphase der verschiedenen Olympia-Initiativen übergehe.

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