Automobilindustrie : Wulff kämpft um Einfluss bei Volkswagen

Hannover/Stuttgart - Eine Woche vor der Hauptversammlung von Volkswagen in Hamburg kündigt das Land Niedersachsen eine harte Linie gegen Großaktionär Porsche an. Das Land will seinen Einfluss bei VW sichern. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte: „Wir werden alles dafür tun, eine Verlagerung des Konzernsitzes Wolfsburg, eine Zerschlagung oder eine vollständige Eingliederung des Konzerns in eine Porsche-Holding zu verhindern. Der VW-Konzern muss selbstständig bleiben.“ Das Auftreten von Porsche gehe „übers Ziel hinaus“.

Porsche will mit einer Änderung der VW-Satzung den Einfluss des Landes beschränken. Demnach soll die für wichtige Entscheidungen auf der Hauptversammlung nötige qualifizierte Mehrheit von 80 Prozent auf 75 Prozent gesenkt werden. Dies richtet sich vor allem gegen Niedersachsen, das knapp über 20 Prozent an VW hält und damit eine Sperrminorität innehat. Porsche hält derzeit knapp 31 Prozent und plant die Mehrheit an VW zu übernehmen.

Wulff will die Mehrheit des VW-Aufsichtsrats hinter sich bringen. Das Kontrollgremium soll beschließen, dass es den Antrag Niedersachsens für die VW- Hauptversammlung unterstützt. Dieser sieht vor, die Regelung zur Sperrminorität beizubehalten. Porsche äußerte Kritik: „Die Porsche SE sieht in dem Antrag von Ministerpräsident Wulff den Versuch, den VW-Aufsichtsrat in unzulässiger Weise zu instrumentalisieren“, teilte der Stuttgarter Sportwagenbauer mit.

Eine Unterstützung der Mehrheit des VW-Aufsichtsrats für den Antrag Niedersachsens hätte allerdings nur einen symbolischen Charakter. Wulff sagte, er rechne damit, dass Porsche die für die geplante Satzungsänderung zur Sperrminorität erforderliche Mehrheit auf dem Aktionärstreffen nicht erreichen werde. Porsche ist vom Gegenteil überzeugt.dpa

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