Wirtschaft : Automobilmarkt: Daimler-Chrysler verkauft in den USA zu wenig Fahrzeuge

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Das Betriebsergebnis des Autokonzerns Daimler-Chrysler hat im ersten Halbjahr nicht mit der Umsatzsteigerung Schritt halten können. Während der Umsatz um 17 Prozent auf 84,7 Milliarden Euro (rund 165,8 Milliarden Mark) zulegte, blieb das Betriebsergebnis mit 5,07 Milliarden Euro verglichen mit dem Vorjahr unverändert, berichtete der Konzern am Mittwoch. Hauptgrund ist der deutliche Rückgang des Betriebsergebnisses in der amerikanischen Pkw-Sparte. Das Geschäft von Mercedes-Benz und Smart legte dagegen kräftig zu. Der Konzernüberschuss stieg in den ersten sechs Monaten um zehn Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Der Gewinn pro Aktie verbesserte sich von 3,11 auf 3,43 Euro.

Konzernchef Jürgen Schrempp sagte zu den Gewinnaussichten für das gesamte Jahr: "Wir werden im operativen Geschäft das Vorjahresniveau nicht ganz erreichen." Mit den Beträgen aus der Entkonsolidierung der Dasa und des Teilverkaufs des Debis Systemhauses an die Deutsche Telekom erwarte Daimler-Chrysler aber einen weiteren starken Anstieg des Konzernergebnisses, des Gewinns je Aktie und des Betriebsergebnisses. Der Umsatz werde auch im zweiten Halbjahr deutlich steigen.

Zur Entwicklung des Fahrzeugabsatzes sagte Schrempp: "Wir erwarten für das Gesamtjahr einen Absatz von rund 4,8 Millionen Fahrzeugen." Auf der Hauptversammlung im April hatte Schrempp noch erwartet, den Fahrzeugabsatz des Vorjahres (knapp 4,9 Millionen) im Jahr 2000 übertreffen zu können.

Die amerikanische Chrysler Group musste im zweiten Quartal ein um zwölf Prozent rückläufiges Betriebsergebnis auf 1,16 Milliarden Euro hinnehmen. Im ersten Halbjahr nahm das operative Ergebnis um neun Prozent auf 2,51 Milliarden Euro ab. Die Kosten für Produktanläufe und die geplante Marketingoffensive beeinflussen das Chrysler-Betriebsergebnis in der zweiten Jahreshälfte weiter negativ. Wegen der schlechteren Automobilkonjunktur müssen die amerikanischen Autohersteller für bestimmte Modelle hohe Rabatte bieten. Die Chrysler Group steigerte ihren Umsatz im Halbjahr um 17 Prozent auf 37 Milliarden Euro. Der Fahrzeugabsatz verbesserte sich um fünf Prozent auf 1,77 Million Stück.

Die deutsche Pkw-Sparte legte bei Absatz, Umsatz und Gewinn kräftig zu. Mercedes-Benz/Smart verbesserten ihr Betriebsergebnis im ersten Halbjahr um 17 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Der Absatz stieg per Ende Juni um zehn Prozent auf 570 100 Autos. Der Umsatz verbesserte sich um 18 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro.

Die Nutzfahrzeugsparte konnte ebenfalls zulegen. Daimler-Chrysler verkaufte in sechs Monaten 281 300 Lkw und Busse - vier Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz verbesserte sich um zwölf Prozent auf 14,32 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis um ein Viertel auf 625 Millionen Euro.

Die Dienstleistungsparte Debis musste wegen des verschärften Wettbewerbs auf den Automärkten (Leasing) einen Ergebnisrückgang um acht Prozent auf 415 Millionen hinnehmen, legte beim Umsatz aber kräftig um 46 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro zu. Die inzwischen im europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufgegangenen Dasa steigerte den Umsatz um zwei Prozent auf 4,3 Milliarden Euro.

Schrempp bestätigte Gespräche über den Verkauf der Bahntochter Adtranz. "Es laufen intensive Gespräche mit Bombardier", sagte er. Angaben zu Zeitplan und Einzelheiten einer möglichen Vereinbarung mit dem kanadischen Konzern könne er jedoch noch nicht machen. Schrempp wiederholte die Prognose, dass Adtranz in diesem Jahr erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben werde. Im zweiten Quartal 2000 erreichte Adtranz den Angaben zufolge ein ausgeglichenes Ergebnis.

Die Mitarbeiterzahl von Daimler-Chrysler stieg per Ende Juni um 11 800 auf 474 900. In Deutschland wurden 5400 neue Stellen geschaffen. Im vergangenen Jahr hatte Daimler-Chrysler einen Umsatz von 150 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das Betriebsergebnis betrug 11,0 Milliarden Euro, der Konzernjahresüberschuss lag bei 6,2 Milliarden Euro.

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