Wirtschaft : Automobilsalon-Paris: Die Branche setzt auf Kleinwagen

Mit einer Fülle von Neuheiten in allen Wagenklassen startete am Donnerstag der Automobilsalon in Paris. Für die Zukunft versprechen sich die Automobilhersteller vor allem Zuwächse im Kleinwagen-Segment, auch wegen der anhaltend hohen Spritpreise. Insbesondere BMW, Daimler-Chrysler und Opel wollen mit neuen Modellen der schwachen Inlandsnachfrage trotzen. Die Exportnachfrage bereitet der Branche unverändert Freude.

Der Salon gestattet aber auch Blicke in die automobile Zukunft: Autohecks, die sich als rollende Einkaufswagen entpuppen, Spaßautos, die sich wie Motorräder fahren, und straßentaugliche Rennwagen. Vor allem die französischen Hersteller Renault sowie die zur PSA-Gruppe Peugeot und Citroen gehörenden Marken punkten dabei mit pfiffigen Ideen. Sie haben mit dem "bobslid" oder dem "vroomster" die spaßsüchtige Rollerskater-Generation im Visier. Ansonsten jedoch poliert die Branche eher Altbewährtes neu auf: Ab dem Wochenende werden sich den Besuchern bekannte Modelle technisch und optisch in neuem Gewand präsentieren. Modellpflege heißt die Tendenz von Ford (Mondeo) bis Opel (Corsa), von VW (Passat) über Konzertochter Skoda (Fabia) und Peugeot (206 CC) bis Honda (Civic). Mercedes schickt die Coupe-Version der neuen C-Klasse auf den Weg.

Selbst der Urahn aller Kleinwagen, der Mini Cooper, fällt kaum aus dem Rahmen. Die Mutter BMW präsentierte einen Nachfolger, der optisch bewusst an das Image des Stadtflitzers anknüpft. Der Mini folgt dem schon von VW (Beetle) und DaimlerChrysler (PT Cruiser) erfolgreich vermarkteten Retro-Trend und soll der BMW-Gruppe künftig als deren zweite Marke neue Kunden gewinnen. Nur wenige Schritte weiter schien die Präsentation des neuen Roadsters von smart den Optimismus von BMW-Vorstandschef Joachim Milberg zu bestätigen, der dem Kleinwagen-Segment glänzende Zeiten vorhersagte.

Auch im oberen Segment treten die Hersteller trotz der hohen Treibstoffpreise wieder selbstbewusster auf - unter anderem mit einem spektakulären Bugatti-Konzept. Besonders spektakulär trat Porsche mit einer Studie eines geplanten 330 km/h schnellen Super-Sportwagens auf. Japanische Anbieter wie auch Audi schreiben die Saga der sportlichen Off-Road-Fahrzeuge fort. Die "Steppenwolf" genannte Studie lässt klassisches Audi-Design erkennen, zeigt aber ebenso bullige Kraft.

Unterdessen hat der US-Automobilkonzern General Motors (GM) sein Interesse am koreanischen Autobauer Daewoo Motor bekräftigt. "Zur Zeit laufen informelle Verhandlungen zwischen GM und Daewoo", sagte Rick Wagoner, im Vorstand von GM. Es sei aber noch zu früh, einen Zeitplan bekannt zu geben. GM und die südkoreanischen Behörden hofften jedoch, möglichst schnell am Ziel anzukommen. Anfang des Monats hatte sich der Autokonzern Ford überraschend von seinem Angebot für die Daewoo Motor zurückgezogen. Daimler-Chrysler, zunächst ebenfalls an Daewoo interessiert, unterstrich, kein Interesse an Südkoreas zweitgrößtem Autobauer zu haben. Daewoo hat jährliche Produktionskapazitäten von mehr als zwei Millionen Autos. Den geschätzten Schulden von 18,6 Billionen Won (fast 38 Milliarden Mark) stehen Vermögenswerte von 12,9 Billionen Won gegenüber.

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