Wirtschaft : Autonarr und Team-Mann - Ex-Chef Robert Eaton

Robert J. Eaton hatte immer eine Vision. Er wollte den drittgrößten US-Autohersteller Chrysler zu einem weltweit führenden Autokonzern machen. Das schaffte er durch die Fusion mit Daimler-Benz zur DaimlerChrysler AG. Schon im Alter von elf Jahren kaufte Eaton, der am 13. Februar 60 wird, für zehn Dollar seinen ersten Chevrolet. Mit 14 machte er seinen Führerschein und besaß am Ende der Schulzeit zehn Autos und zwölf Motorräder. Dabei stammt Eaton aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater arbeitete bei der Eisenbahn, seine Mutter war Friseurin.

Seine Autokarriere startete Eaton 1963 als Ingenieur bei General Motors. 1988 wurde er Präsident der europäischen General Motors-Zentrale. Mit seinem Führungsstil, Sachverstand und seinem Hang zur Kostenkontrolle verzeichnete er für GM Erfolge in Europa - bis ihn der damalige Chrysler-Boss Lee Iacocca 1992 abwarb. Eaton hat Chrysler seit seinem Amtsantritt 1993 Milliardengewinne, Rekordverkäufe, eine neue Modellpalette und qualitativ bessere Autos beschert. Unter seiner Führung erhöhte Chrysler die US-Marktanteile auf Kosten von General Motors. Gleichzeitig trennte sich Eaton von Rüstungs- und Autoverleihfirmen, die nicht zum Kerngeschäft Autoproduktion gehörten. Eaton, der gerne taucht, jagt und Golf spielt, sieht sich selbst als "Teamführer", nicht als Manager.

Finanzielle Sorgen werden ihn künftig nicht plagen. Einem Bericht der "Washington Post" vom Donnerstag zufolge soll der Co-Vorstandsvorsitzende der DaimlerChrysler AG bei seinem Eintritt in den Ruhestand 70 Millionen Dollar an Bezügen aus Boni und Aktienoptionen erhalten. Das wären rund 137 Millionen Mark.

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