Autonomes Fahren in Berlin : Kleinbus „Olli“ bald ohne Fahrer unterwegs

Das US-Start-up Local Motors testet seinen autonomen Bus Olli in Schöneberg auf dem Euref-Campus. Bald soll er auch durch andere Straßen in Berlin rollen.

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Mit 20 km/h rollt der fahrerlose Bus Olli los, zwölf Fahrgäste finden in ihm Platz.
Mit 20 km/h rollt der fahrerlose Bus Olli los, zwölf Fahrgäste finden in ihm Platz.Foto: Promo

Er heißt Olli, ist eher schmal gebaut und soll nicht weniger, als den Nahverkehr in Berlin revolutionieren: Olli ist nämlich ein fahrerloser Bus, der derzeit vom US-Start-up Local Motors in der Hauptstadt gebaut und getestet wird – und der bereits kommendes Jahr autonom durch die Stadt rollen soll, bestätigte Local-Motors-Europachef Wolfgang Bern am Donnerstag einen Bericht der „Wirtschaftswoche“.

Erste Tests auf dem Euref-Campus

Noch wartet Olli aber auf seinen ersten Einsatz auf dem Euref-Campus in Schöneberg, in den kommenden Tagen soll er dort Mitarbeiter am Eingang abholen und zu ihren Bürogebäuden bringen. Zwölf Fahrgäste finden in dem knapp vier Meter langen Bus Platz, der 20 Stundenkilometer schafft. Gebaut wird er in einer Fabrikhalle in Alt-Treptow. Zum Start soll etwa ein Dutzend Mitarbeiter beschäftigt werden, 50 Busse sollen sie im kommenden Jahr fertigen. Viele der Teile kommen aus 3-D-Druckern.

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Auch BVG beschäftigt sich mit fahrerlosen Bussen

In Dänemark gibt es nach Angaben von Bern bereits einen ersten Kunden, in Deutschland hätten Verkehrsbetriebe und Hochschulen Interesse signalisiert. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sollen aber nicht zu diesem Kreis gehören. Generell schließt die BVG aber künftig den Einsatz von fahrerlosen Bussen nicht aus; denkbar sei ein solcher Einsatz beispielsweise auf festen Routen in eher ruhigeren Wohngebieten. Doch noch gebe es dazu keine konkrete Planung, teilt ein Sprecherin mit.

Strenge Regeln in Deutschland

Ob Olli wie geplant im kommenden Jahr das Testgelände verlässt, ist ohnehin fraglich. Dem autonomen Fahren sind in Deutschland enge Grenzen gesetzt, die Bundesregierung arbeitet aber an einer Lockerung. Bislang können die Regierungspräsidien Ausnahmen für Tests erteilen. Bisher hat Berlin nur einen einzigen autonomen Pkw zugelassen. Voraussetzung war unter anderem auch, dass ein Fahrer auf dem Fahrersitz sitzt, der jederzeit ins Fahrgeschehen eingreifen kann. Local Motors hofft neben dem Euref-Campus auf weitere Ausnahmegenehmigungen, etwa für Pendelverkehr zum Bahnhof Südkreuz.

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