Wirtschaft : Autovermieter will im Netz eine neue Ära starten

E-Sixt AG soll in drei Jahren 800 Millionen Mark umsetzen

Nach einem Gewinnrückgang und einer Talfahrt des Aktienkurses will Deutschlands größter Autovermieter Sixt mit einer neuen Internettochter durchstarten. Die e-Sixt AG solle bereits im Jahr 2003 einen Umsatz von 800 Millionen Mark erzielen, sagte Firmengründer Erich Sixt am Freitag in München. "Für unser Unternehmen ist das eine Revolution." Mit der neuen Internet-Firma will die Sixt AG, Pullach bei München, Online-Marktführer bei Autos und Reisen werden. Auf der neuen Plattform können Internetnutzer unter anderem Autos mieten, tausende von Gebrauchtwagen, Leasing-Angebote und Fuhrparklösungen für Firmenkunden finden sowie weltweite Linienflüge buchen. Die Leitung des nach den Angaben "ersten virtuellen Autohauses der Welt" übernahm Sixt-Vorstand Andreas Heinze.

Für 1999 rechnete Sixt zuletzt mit einem deutlichen Gewinnrückgang. Der schleppende Gebrauchtwagenmarkt, zu großzügige Fahrzeugeinkäufe und eine deshalb verschlechterte Auslastung machten der Gruppe zu schaffen. Der Umsatz kletterte den letzten Prognosen zufolge 1999 um etwa zehn Prozent auf mehr als fünf Milliarden Mark. Im Jahr 2000 soll der Vorsteuergewinn laut letzten Angaben wieder von mindestens 70 Millionen Mark in 1999 auf über 100 Millionen Mark steigen. Die Umsatz-Schätzungen für die e-Sixt AG seien "konservativ", sagte Sixt. Der Konzern verfüge über vier Millionen Kundenadressen. "Das müssen wir kapitalisieren." Das Internetgeschäft soll laut Sixt zu steigenden Margen im Konzern führen. Sixt verkaufe seine Gebrauchtwagen derzeit größtenteils an Großhändler. Künftig habe man verstärkt Privatkunden im Visier. Dies könne die Margen um etwa 2000 DM pro Wagen erhöhen. Laut Heinze soll die Internet-Gesellschaft im Jahr 2003 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von mindestens 50 Millionen Mark erzielen. "Heute beginnt für Sixt eine neue Ära", sagte Heinze.

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