Autozulieferer : Bosch will vom Klimaschutz profitieren

Die aktuelle Diskussion um CO2-Ausstoß und Klimawandel könnte für Bosch ertragreich werden. Das Unternehmen sieht sich dazu richtig positioniert.

BoxbergDer weltgrößte Automobilzulieferer Bosch rechnet durch die weltweit steigende Nachfrage nach sauberer und sicherer Automobiltechnik mit neuem Schwung für sein Geschäft. In diesem Jahr werde der Umsatz in diesem Bereich währungsbereinigt um vier Prozent steigen, sagte Bosch-Geschäftsführer Bernd Bohr auf dem konzerneigenen Prüfgelände in Boxberg (Main-Tauber-Kreis). 2006 hatte Bosch im Kraftfahrzeug-Zuliefergeschäft 27,2 Milliarden Euro erlöst.

Für die Jahre von 2008 an "erwarten wir einen deutlicheren Schub für unser Geschäft - sei es, weil wir in den Wachstumsmärkten richtig positioniert sind, sei es, weil wir Lösungen für die Zukunft des Straßenverkehrs schon entwickelt haben oder noch entwickeln werden", betonte Bohr. Langfristig müsse es das Ziel sein, das Autofahren Schritt für Schritt noch kohlendioxidärmer zu machen. Deswegen beschäftige sich Bosch auch mit der Anpassung der Einspritzsysteme an Biokraftstoffe sowie der Brennstoffzellen-Technik und dem batteriegestützten Autoantrieb.

Keine Fixierung auf Premium-Automobile

Bohr sagte zu der aktuellen Diskussion um die von der EU geforderten Reduzierungen der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2012 auf 130 Gramm pro Kilometer: Dies sei nur realisierbar, wenn alle Fahrzeugklassen ihren Beitrag leisteten - "also bitte keine Fixierung auf Premiumautos". Zur Begründung sagte der Bosch-Manager, bei einer Senkung der CO2-Emissionen um 20 Prozent bei den 50 Fahrzeugtypen mit dem höchsten Schadstoffausstoß würde dies im Durchschnitt der europäischen Flotte nur eine Kraftstoffersparnis um 0,4 Prozent bringen. Würde man bei den 50 Autos mit dem größten Absatz ansetzen, brächte dies eine Ersparnis von 14 Prozent.

Bohr machte deutlich, dass in den Schwellenländern Asiens die Autoproduktion im Schnitt der kommenden acht Jahre um etwa sechs Prozent pro Jahr wachsen werde. In den etablierten Märkten Europas und Nordamerikas werde dagegen nur ein Wachstum von einem Prozent erwartet. Bosch werde sich auf diesen Strukturwandel einstellen - "auch mit noch mehr Fertigung und Entwicklung in den Wachstumsmärkten." In der Kraftfahrzeugtechnik beschäftigt Bosch 160 000 Mitarbeiter. Davon sind rund 100.000 im Ausland beschäftigt - mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren.

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