Autozulieferer : Conti peilt die Wende an

Beim Autozulieferer Continental wächst nach dem Verlustjahr 2009 die Zuversicht. 2010 will der Konzern wieder mehr Tempo aufnehmen.

Frankfurt am Main/Berlin -  „Das zurückliegende Jahr hat uns einiges abverlangt“, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart am Dienstag bei der Vorlage der Bilanz. Im vergangenen Jahr hätten verunsicherte Banken und zwischenzeitlich so gut wie ausgetrocknete Finanzmärkte den hoch verschuldeten Konzern „ins Mark“ getroffen. Dazu seien bislang ungekannte Markteinbrüche gekommen. Das Konzernergebnis unterm Strich sei „absolut unbefriedigend“. 2010 strebt der Konzern nun die Wende an. Continental werde wieder mehr Tempo aufnehmen, sagte Degenhart. „Wir sehen mit vorsichtigem Optimismus auf die Entwicklung der Jahre 2010 und 2011.“ Dennoch: Für 2010 werde Conti voraussichtlich erneut keine Dividende zahlen können.

Der in der Wirtschaftskrise des vergangenen Jahres um 17,1 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro eingebrochene Umsatz soll 2010 um mindestens fünf Prozent steigen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis soll sich deutlich verbessern. 2009 war es um ein Drittel auf 1,17 Milliarden Euro geschrumpft. Nach Steuern und Anteilen Dritter stand sogar ein Verlust von 1,65 Milliarden Euro, nachdem Continental unter anderem 876 Millionen Euro auf den Firmenwert der Autozuliefersparte abgeschrieben hatte.

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Conti beschäftigt derzeit weltweit rund 134 000 Menschen. Das Unternehmen mit Sitz in Hannover ist in den Sparten Reifen und Autozulieferung tätig. Größtes Sorgenkind ist der Bereich Powertrain, der Komponenten für Motoren und Getriebe fertigt. Im Reifengeschäft dagegen erzielte Conti deutlich schwarze Zahlen.

Die vor allem durch die Übernahme der Siemens-Autoelektroniktochter VDO angehäuften Schulden seien 2009 um 1,6 Milliarden auf 8,9 Milliarden Euro abgebaut worden, teilte Continental mit. Nach einer Kapitalerhöhung zu Jahresbeginn 2010 sinke die Nettoverschuldung weiter auf 7,8 Milliarden Euro.

Conti will auch in diesem Jahr Stellen streichen. Degenhart sprach von rund 1000 Jobs, die wegfallen könnten. 2009 hatte der Konzern Werke geschlossen und rund 5000 Arbeitsplätze gestrichen. Es gebe keine Pläne, die Reifensparte zu verkaufen, sagte Degenhart. Über einen Verkauf im Zusammenhang mit der geplanten Fusion mit Schaeffler war häufig spekuliert worden. Denn auch das Familienunternehmen Schaeffler, das 49,9 Prozent der Anteile an Conti hält, ist hoch verschuldet. Einen baldigen Zusammenschluss von Conti mit Schaeffler wird es nicht geben. Dies sei erst mittelfristig geplant, sagte Degenhart, ohne eine Jahreszahl zu nennen. dpa/vis

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