Wirtschaft : Autozulieferer Dürr mit vollen Auftragsbüchern Gewinneinbruch soll 2003 ausgeglichen werden

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Stuttgart (ajo/HB). Für die Dürr AG, Weltmarktführer für Lackieranlagen in der Automobilindustrie, wird 2002 kein gutes Jahr. Doch Auftragseingang und Auftragsbestand stimmen für 2003 zuversichtlich. In den ersten neun Monaten verbesserte sich der Auftragseingang beim Konzern um 25 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, der Auftragsbestand stieg um 21 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Dürr konnte in diesem Jahr eine Reihe von Großprojekten in Europa, Nordamerika und China gewinnen.

Für 2002 erwartet das Unternehmen einen Umsatz auf Vorjahresniveau in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. Doch das Ergebnis wird deutlich schlechter ausfallen. Allerdings rechnet Dürr mit schwarzen Zahlen, obwohl das Ergebnis vor Steuern per Ende September mit Minus 5,7 Millionen Euro noch negativ ist. Die Zahl der Beschäftigten im DürrKonzern ging zum 30. September 2002 um 1,7 Prozent auf insgesamt 12608 zurück.

Der starke Auftragseingang hat die Analysten überrascht. „Es ist erstaunlich, wie stabil derzeit die Automobilindustrie bestellt“, stellt Stephan Gescheidlen von der Baden-Württembergischen Bank fest. Den Grund sieht Winfried Becker von Sal. Oppenheim in den anhaltenden Modelloffensiven der Autohersteller. So konnte beispielsweise auch der Maschinen- und Anlagenbauer IWKA vor kurzem steigende Auftragseingänge melden. IWKA liefert unter anderem Kuka-Schweißroboter für den Rohbau.

Aufgrund des gut gefüllten Auftragsbuches rechnet Dürr für 2003 mit einer besseren Ertragslage. In diesem Jahr belasten vor allem Restrukturierungsaufwendungen das Ergebnis. Die Sorgenkinder sind der Bereich Environmental, eine Produktlinie bei den Lackieranlagen in den USA, sowie die Tochter Carl Schenck in Darmstadt. Schenck ist Spezialist für Prüfsysteme für die Motorerprobung. Insgesamt summieren sich die Restrukturierungsaufwendungen im Konzern per Ende September auf 22 Millionen Euro.

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