Wirtschaft : Autozulieferer machen sich Sorgen

HAMBURG/NEW YORK (AP/HB). Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hält einen Arbeitsplatzabbau in der Auto-Zuliefererbranche nicht für ausgeschlossen. Der stellvertretende VDA-Vorsitzende Rainer Thieme sagte der "Welt am Sonntag", bei nachlassender Autoproduktion würden sich "einige Hersteller wieder der Kapazitäten in ihrem eigenen Unternehmen erinnern und weniger Aufträge nach außen vergeben". Die Zuliefererindustrie beschäftige viele Mitarbeiter mit Zeitverträgen. Für die weitere Automobil-Nachfrage in Deutschland sei entscheidend, daß die Verunsicherung in der Bevölkerung gegenüber den Bonner Reformplänen abgebaut werde. "Es ist für einen potentiellen Käufer nichts einfacher als sein Auto ein Jahr länger zu fahren. Deshalb ist die Stimmungsfrage für unsere Branche entscheidend, und die Stimmung ist alles andere als gut, auch wenn Reformen unvermeidbar sein werden". Die Fusionen bei den Autobauern werden dem VDA-Vize zufolge auch in der Zuliefererindustrie zu mehr Firmenzusammenschlüssen, Joint-ventures und Kooperationen führen. Nur wenn die Zuliefererbranche ihre Kräfte bündele, könne sie auch die Kosten senken. Für die zumeist mittelständischen Unternehmen sei es immer schwieriger, das nötige Kapital für die von den Autoherstellern geforderten Investitionen aufzutreiben. Die Hersteller gingen dazu über, von ihren Lieferanten eine stärkere Risikobeteiligung zu verlangen.Derweil läuft das US-Geschäft der deutschen Autobauer prächtig. VW, Audi, DaimlerChrysler, BMW und Porsche haben im ersten Halbjahr 1999 und im Juni glänzende US-Absatzzahlen verbucht. Die deutschen Anbieter lieferten insgesamt 372 700 Autos in den USA aus oder 25,8 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten 1998. Geht es so weiter, zeichnet sich für sie im Gesamtjahr 1999 ein Rekordabsatz von rund 750 000 Autos im weltgrößten Automarkt ab verglichen mit etwas mehr als 600 000 Fahrzeugen im Vorjahr.

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