Autozulieferer : Siemens will bei VDO weiterhin das Sagen haben

Der Elektrokonzern Siemens hält trotz des Interesses von Konkurrenten und Finanzinvestoren an einem Börsengang von VDO fest. Die Münchner wollen bei dem Autozulieferer die Führerschaft behalten.

München - "Wir haben ganz klar gesagt: Siemens VDO ist ein sehr wertvolles Geschäft, das sieht man auch an dem großen öffentlichen Interesse daran, und ein Wachstumsgeschäft", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld dem Nachrichtensender n-tv. In diesem Wachstumsgeschäft wolle man VDO die Möglichkeit geben, sich besser zu finanzieren. "Deshalb planen wir ein IPO. Und das ist genau das, woran wir im Augenblick auch festhalten", erklärte Kleinfeld. Ein IPO (Initial Public Offering) ist ein erstmaliges öffentliches Anbieten von Aktien an der Börse.

Damit reagierte er auch auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland", in dem es hieß, Siemens forciere einen möglichen Komplettverkauf der Autozulieferer-Tochter als Alternative zu einem Börsengang. Die Sparte mit einem Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro erwirtschafte eine gute Rendite "und noch besseren Wachstumsperspektiven", sagte der Siemens-Chef.

Siemens will den Hut aufbehalten

Der Siemens-Aufsichtsrat hatte Ende Januar entschieden, VDO als nicht zum Kernbereich zählende Sparte wieder aus der Siemens AG auszugliedern und einen Teil-Börsengang vorzubereiten, an der industriellen Führerschaft bei VDO aber festzuhalten. In der Folge signalisierten US-Finanzinvestoren sowie Konkurrenten immer wieder Interesse an einer Übernahme. Die "Financial Times Deutschland" berichtete unter Berufung auf Branchenkreise, der Münchner Konzern habe Interessenten um konkrete Offerten gebeten. Die so genannten indikativen Angebote seien schriftlich angefordert worden. Der Vorstand wolle sie bei der nächsten Aufsichtsratssitzung präsentieren, die für den 25. April angesetzt ist. Bei Siemens war für eine Stellungnahme zunächst niemand erreichbar.

In ihren ersten unverbindlichen Bekundungen hätten Interessenten laut Insidern einen Preis in Aussicht gestellt, der deutlich über dem zu erwartenden Börsenwert liege, hieß es in dem Bericht. "Die ersten informellen Preisvorstellungen lagen im zweistelligen Milliardenbereich. Das ist zum Teil eine Differenz zum Börsenwert von zwei Milliarden Euro", sagte eine beteiligte Person. (tso/dpa)

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